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Tsunami: "Tausende hätten gerettet werden können"
19. Januar 2005 - 13:11 Uhr

Wien - In einem Interview mit dem österreichischen Nachrichtenmagazin NEWS erklärt der bekannte US-Opferanwalt Edward Fagan, dass er in New York eine Sammelklage in Milliarden-Dollar-Höhe im Namen der Tsunami-Opfer einbringt. "Zum einen klagen wir die Regierungen der Staaten, die keinerlei Tsunami-Warnungen an die Hunderttausenden Urlauber und Einheimischen der Küstenregionen gaben, zum anderen große Hotels beziehungsweise Hotelketten", konkretisiert Fagan.

Die Höhe der Klagsforderungen bewegt sich in Ähnlichen Dimensionen wie nach dem Terroranschlag vom 9. September in New York, "also mehrere Milliarden Dollar", so Fagan. Das Geld soll auch an Hilfsorganisationen fließen. Die Hauptstoßrichtung der Klage geht in Richtung unterlassener Hilfeleistungen durch die Nicht-Weitergabe von Informationen, wovon vor allem US-Behörden wie das State Department und die US-Army wie auch die Thailändische Regierung betroffen sind.

"Wir werden vor Gericht beweisen, dass es genug internationale Abkommen und Vorschriften gab, wonach nach einem Seebeben höher als sechs auf der Richter-Skala eine automatische Warnung erfolgen hätte müssen", erklärt Fagan im Exklusivinterview. "Alle Überlebenden berichten unisono, dass oft wenige Minuten den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachten", argumentiert er. "Wir wissen, dass zahlreiche Einrichtungen und Behörden wie das US-State-Department bereits Minuten nach dem Erdbeben das Ausmaß abschätzen konnten, aber untätig waren."

Auch das Fehlen entsprechender Warnsysteme in potentiell gefährdeten Gebieten wird in der Klage thematisiert. Große Hotels sollen dabei zur Verantwortung gezogen werden. Konkret nennt Fagan das "Sofitel" in Khao Lak. "Neben den Kompensationen für Familien soll auch die Errichtung von Warnsystemen erzwungen werden. So eine Tragödie darf sich nicht wiederholen", meint der US-Anwalt.



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