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18. November 2006

IT-Ausstattung an Schulen nach wie vor mangelhaft



Berlin - Der IT-Verband BITKOM hat vor den Folgen der schlechten Ausstattung deutscher Schulen mit Computern und schnellen Internetzugängen gewarnt. "In deutschen Schulen spielen neue Medien nur eine untergeordnete Rolle“, meint Verbandschef Bernhard Rohleder. "Hier liegen Potentiale für einen modernen, motivierenden Unterricht brach. Erfahrungen mit E-Learning fehlen den Schülern später in der Berufsausbildung oder an der Hochschule."

Nach einer aktuellen Studie der EU-Kommission müssen sich hierzulande elf Schüler einen Computer teilen. Damit liegt Deutschland in der EU abgeschlagen auf Platz 18 – noch hinter Zypern, Malta, Tschechien und Ungarn. An der Spitze stehen Dänemark und Norwegen, wo sich rund vier Schüler einen Computer teilen, gefolgt von Großbritannien und den Niederlanden mit fünf Schülern pro PC. Im Durchschnitt der EU teilen sich neun Schüler einen PC. Auch die Ausstattung deutscher Schulen mit schnellen Internetzugängen ist nur mäßig. Lediglich 63 Prozent verfügen über einen Breitbandanschluss – in der EU ist das Rang 20.

Entsprechend gering ist die Intensität der PC-Nutzung im Unterricht. Nur sechs Prozent der deutschen Lehrer gaben an, den Computer in mehr als der Hälfte ihrer Stunden einzusetzen. In Großbritannien sind es 38 Prozent und in Ungarn 27 Prozent. „Die geringe PC-Nutzung in den Schulen hängt nicht nur mit der schlechten Ausstattung zusammen, sondern auch mit den Vorbehalten vieler Lehrer gegenüber dem Computereinsatz", weiß Rohleder.

Laut der Studie geben 48 Prozent der deutschen Lehrerinnen und Lehrer an, dass der Einsatz von PC und Internet im Unterricht einen „unklaren Nutzen“ habe. Dieser Wert liegt dreimal so hoch wie im Durchschnitt der EU. „Zumindest in Sachen Technik-Skepsis sind deutsche Lehrer in der EU absolute Spitze – ein trauriger erster Platz“, befindet der BITKOM-Repräsentant. Mit dem hohen Alter der deutschen Lehrerschaft habe diese Zurückhaltung allerdings nichts zu tun. Im Durchschnitt sind deutsche Lehrer bereits 23 Jahre im schulischen Einsatz. In Italien und Österreich, wo die Lehrer ähnlich lange im Schuldienst sind, sehen nur 6 bzw. 16 Prozent einen „unklaren Nutzen“ des PC-Einsatzes.

„Die IT-Infrastruktur muss aktuellen Standards entsprechen, die für alle Bundesländer gelten“, fordert Rohleder. Darauf sollten sich die Kultusminister rasch einigen. Jetzt kommt allerdings das Wunschdenken des IT-Verbands ins Spiel: Nach Ansicht des BITKOM sollte nämlich jedem Schüler ab der fünften Klasse ein Notebook zur Verfügung stehen, das im Unterricht als Lernwerkzeug eingesetzt werden kann. Um die Schulträger zu entlasten, schlägt der Verband in Sachen Finanzierung vor, Schüler-Notebooks steuerlich mit den Geräten der Lehrer gleichzustellen und steuerlich absetzbar zu machen. Die Ausstattung liegt dann also bei den Eltern.




 

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