Hamburg - Am Montag hat der Agrarausschuss des Bundesrates dem bestehenden Verordnungsentwurf für Pelztiere mit überraschend breiter Mehrheit zugestimmt. Bereits am 3. November können die Länder die Vorgaben damit endgültig verabschieden. "Das Tauziehen um neue Haltungsstandards hat endlich ein Ende", freut sich Dr. Marlene Wartenberg, Geschäftsführerin der Tierschutzorganisation VIER PFOTEN. "Aus Tierschutzsicht ist die Entscheidung zu begrüßen, denn nun sind die Pelzfarmer in der Pflicht, die neuen Vorgaben umzusetzen." Eine breite Mehrheit von 14 Bundesländern hat sich am Montag im Agrarausschuss für den Vorschlag der Bundesregierung ausgesprochen, die endgültige Abstimmung im Plenum des Bundesrates dürfte damit Formsache sein. "Endlich trägt die Politik dem Anliegen der Bürger Rechnung, die noch für dieses Jahr strengere Schutzvorschriften für Pelztiere fordern", so Wartenberg. 87,6 Prozent der Bundesbürger wünschen nach einer repräsentativen Infratest-Umfrage vom September 2006, dass die Bundesländer so schnell wie möglich strenge Haltungsvorgaben für Pelzfarmen verabschieden. Mit der noch unter Rot-Grün erarbeiten Verordnung rücken bessere Standards für die mehr als 300.000 in Deutschland gehaltenen Pelztiere in greifbare Nähe. So sieht sie mehr Platz für die Tiere vor, zum Beispiel einen Quadratmeter für Nerze oder drei Quadratmeter für Füchse. Wohnröhren, Schwimmbecken sowie Grabe- und Klettermöglichkeiten sollen die Qualen der Tiere mindern.
|