Der Präsident des Sozialverbandes VdK, Walter Hirrlinger, hat in der Diskussion über zu erwartende Steuernachzahlungen bei Rentnern zur Gelassenheit geraten. Er rechne keinesfalls mit Rückforderungen in Millionenhöhe, sagte Hirrlinger der «Rheinpfalz am Sonntag». Der Fiskus solle sich nicht zu früh freuen. Bei einer Durchschnittsrente, die für Männer bei rund 969 Euro und für Frauen bei nicht einmal der Hälfte liege, sei nur ein Bruchteil der Senioren steuerpflichtig.
Insofern kämen auch nur für eine geringe Zahl von Rentnern Nachzahlungen infrage, sagte Hirrlinger. Sollten es dennoch mehr Betroffene als erwartet geben, auf die überraschende finanzielle Belastungen zu kämen, «muss neu verhandelt werden».
Die Deutsche Steuergewerkschaft hatte vergangene Woche bekanntgegeben, dass rund zwei Millionen Rentner im kommenden Jahr damit rechnen müssten, Steuern nachzahlen zu müssen. Ursache sei die breitere Besteuerung der Alterseinkünfte seit 2005, die vielen Rentnern unbekannt sei. Wenn 2009 im Zusammenhang mit der neuen Steueridentifikationsnummer die Rentenversicherer erstmals ihre Daten den Finanzämtern übermitteln, würden demnach rückwirkende Forderungen fällig. In den allermeisten Fällen werde es aber um kleinere Beträge gehen.
