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18. Juli 2008
US-Soldaten sollen Wundversorgung an Schweinen üben
Honolulu - Trotz empörter Proteste von Tierschützern halten die US-Streitkräfte an ihren Plänen fest, Soldaten vor ihrem Einsatz im Irak die Versorgung von Schusswunden an lebenden Schweinen üben zu lassen. Die Tiere werden dafür aus Gewehren beschossen. «Es geht darum, den Soldaten beizubringen, wie man in den ersten Stunden mit schwer verletzten Patienten umgeht», erklärte Major Derrick Cheng von der 25. Infanteriedivision.
Dies sei eine völlig überflüssige und inhumane Quälerei, kritisiert die Tierschutzorganisation PETA. «Das Beschießen und Verstümmeln von Schweinen ist genauso antiquiert wie Gewehre aus dem Bürgerkrieg», kritisierte Sprecherin Kathy Guillermo und verlangt einen Stopp der Pläne. Informiert wurde PETA von einem «bestürzten» Soldaten der Einheit, der von dem Vorhaben berichtete, mit Sturmgewehren auf die Schweine zu schießen.
«Es gibt absolut keinen Grund, warum man auf lebende Schweine schießen sollte», sagte PETA-Sprecherin Holly Beal. Die Übungen sei auch für Soldaten eine Belastung, da die Schweine sie manchmal an ihre Hunde erinnerten. Die Organisation forderte die Verantwortlichen im US-Heer auf, als Alternative zu den Schweinen humanere Methoden wie beispielsweise High-Tech-Simulatoren des menschlichen Körpers zu benutzen.
Major Cheng betonte, die Schweine seien die ganze Zeit unter Narkose. Er verstehe zwar den Standpunkt der Tierschützer, aber die Army sei verpflichtet, den Soldaten die bestmögliche Ausbildung zu bieten. «Alternative Methoden können nicht das wiedergeben, was die Soldaten vor sich haben, wenn wir am lebenden Gewebe üben», betonte er. «Was wir tun, ist kein Vergleich zu dem, was die Soldaten tatsächlich erleben werden.»
Die Soldaten, die an den Schweinen üben sollen, gehören der 3. Kampfbrigade der 25. Infanteriedivision an. Diese Einheit soll im Lauf des Jahres in den Irak geschickt werden.
PETA hat unterdessen die rund zwei Millionen Mitglieder der Organisation aufgefordert, die Heeresführung mit E-Mails und Anrufen zu bombardieren. «Wir hoffen, dass wir das noch fünf vor zwölf stoppen können», sagte Beal. PETA vermutet, dass die US-Streitkräfte ähnliche Übungen bereits an anderen Standorten an Schweinen und Ziegen vorgenommen haben.

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