Berlin - Der frühere Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) hat mit Empörung darauf reagiert, dass seine frühere parlamentarische Staatssekretärin Margareta Wolf inzwischen Werbung für die Atomindustrie macht. Trittin verwies am Samstag in Berlin auf die Risiken, die die Nutzung der Kernkraft mit sich bringe. Sehr viel spreche dafür, die Laufzeiten deutscher Atomkraftwerke zu verkürzen, nichts aber dafür, sie zu verlängern. «Ansonsten gilt: Wenn sie noch meine Staatssekretärin wäre, wäre sie heute entlassen worden», erklärte Trittin.
Wolf ist unter anderem mit einem PR-Mandat für längere Laufzeiten deutscher Atomkraftwerke befasst, wie die Kommunikationsberatung Deekeling Arndt Advisors der AP bestätigte. Zuvor hatte die «Financial Times Deutschland» über die neue Aufgabe Wolfs berichtet.
Ein Sprecher der Kommunikationsberatung betonte allerdings, Wolf werde nur «bedarfsweise hinzugezogen» und sei bei dem Mandat «in keiner Weise federführend». Die 50-jährige Ex-Politikerin aus dem hessischen Groß-Gerau hatte ihr Bundestagsmandat zum 1. Dezember 2007 niedergelegt und war zu der Kommunikationsberatung gewechselt.
Dort hat sie nun unter anderem mit dem Mandat für den Informationskreis Kernenergie zu tun, wie der Sprecher von Deekeling Arndt Advisors bestätigte. Ziel des Mandats sei es, die Stimmung für eine Verlängerung der AKW-Laufzeiten zu verbessern. Dem Informationskreis Kernenergie gehören die Betreiber der deutschen Atomkraftwerke an.
Margareta Wolf arbeitete von 2001 bis 2002 als parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium. In der zweiten rot-grünen Bundesregierung von 2002 bis 2005 war sie dann Staatssekretärin im Bundesumweltministerium unter Trittin.