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Hungertod von 20-jährigem Hartz-IV-Empfänger wirft schlechtes Licht auf Behörden

veröffentlicht am 18.04.2007


Nach dem Hungertod eines 20-jährigen Hartz-IV-Empfängers in Speyer haben die Behörden am Mittwoch jede Mitschuld bestritten. Der Betroffene habe alle Arbeitsangebote abgelehnt, auf mehrere Anschreiben sowie auf Leistungskürzungen nicht reagiert, erklärte die Stadt Speyer. Daher seien alle Zahlungen an den Sohn Ende 2006 eingestellt worden.

 

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Speyer - Nach dem Hungertod eines 20-jährigen Hartz-IV-Empfängers in Speyer haben die Behörden am Mittwoch jede Mitschuld bestritten. Der Betroffene habe alle Arbeitsangebote abgelehnt, auf mehrere Anschreiben sowie auf Leistungskürzungen nicht reagiert, erklärte die Stadt Speyer. Daher seien alle Zahlungen an den Sohn Ende 2006 eingestellt worden.



Der 20-Jährige war am Sonntag tot in seiner Wohnung in der Speyerer Innenstadt aufgefunden worden. Der Hartz-IV-Empfänger hatte mit seiner ebenfalls arbeitslosen Mutter in der Wohnung zusammengelebt. Bekannte der Mutter hatten am Wochenende die Polizei alarmiert. Nach dem Ergebnis der Obduktion war der junge Mann verhungert. In ersten Vernehmungen gab die 48-Jährige an, sie und ihr Sohn hätten aus Geldmangel seit längerer Zeit keine Lebensmittel mehr kaufen können.


Nach Angaben der Stadt waren die Betroffenen bis Ende 2004 vom sozialen Dienst der Stadt betreut worden. Nach In-Kraft-Treten der Hartz-IV-Gesetze sei neu geschaffenen Gesellschaft für Arbeitsmarktintegration (GfA) mit Sitz in Ludwigshafen für Mutter und Sohn zuständig. Die GfA habe sich um Mutter und Sohn sehr bemüht. So sei der 48-Jährigen unter anderem ein Ein-Euro-Job vermittelt worden. Der Sohn dagegen habe sämtliche Angebote ausgeschlagen. Ab Oktober 2006 hätten die Betroffenen neue Anträge auf Gewährung von Arbeitslosengeld II stellen müssen. Entsprechende Anträge seien aber trotz mehrerer Anschreiben der Behörden nie eingegangen.


Der Sprecher der Stadt Speyer, Matthias Nowack, sprach von einem tragischen Fall. Mutter und Sohn hätten in einem gutbürgerlichen Viertel in der Innenstadt gewohnt. Hinweise von Nachbarn oder Bekannten auf eine sich zuspitzende Situation habe es nie gegeben. Ein Grund sei möglicherweise, dass der 20-Jährige und seine Mutter die einzigen Bewohner in einem Mehrfamilienhaus gewesen seien, das wegen Umbauarbeiten derzeit weitgehend leer stehe.


  (© AP)



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