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18. Januar 2008

Wutanfälle als Zeichen für seelische Probleme bei Kindern



Berlin - Sehr stark ausgeprägte Wutanfälle können bei Kindern im Vorschulalter Zeichen für eine Verhaltenstörung oder emotionale Probleme sein. Emotionale Ausbrüche seien bei kleinen Kindern zwar nicht ungewöhnlich; lang andauernde, gewalttätige oder selbst zerstörerische Wutanfälle können aber auf seelische Probleme hindeuten, wie der Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (BKJPP) unter Verweis auf eine amerikanische Studie erklärte.

Bei besonders heftigen Aggressionen gegenüber anderen Personen oder wenn bei den meisten Wutanfällen Objekte wie zum Beispiel Spielzeug zerstört würden, bestehe eine Neigung zu einer Erkrankung an ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom), erklärte der Verband. Besorgniserregend ist es demnach auch, wenn Kinder sich bei den Wutanfällen selbst verletzen, sich zum Beispiel kratzen, bis sie bluten, sich selbst beißen oder den Kopf gegen die Wand schlagen. Diese Verhaltensweise trat in der Studie ausschließlich bei Kindern auf, die an einer Depression erkrankt waren.

Mehr als fünf Wutanfälle täglich an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen erwiesen sich ebenfalls als Warnzeichen für eine mögliche seelische Störung. Normalerweise dauern Wutanfälle bei Kindern im Vorschulalter bis zu zehn Minuten. Bei einigen Kindern in der Studie, insbesondere denjenigen mit ADHS, dauerten die Ausbrüche mehr als 25 Minuten. Auch wenn es Kindern sehr schwer fällt, sich nach einem Wutausbruch wieder zu beruhigen, besteht ebenfalls ein erhöhtes Risiko für psychische Probleme.

Bei der Studie verglichen Forscher der Washington Universität in St. Louis die Wutanfälle von gesunden Kindern mit den Ausbrüchen von Kindern, die an Depressionen, ADHS oder beidem litten. Die Studie umfasste insgesamt 270 Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren. Die Forscher betonten der Mitteilung zufolge aber, ihre Ergebnisse müssten in weiteren Studien belegt werden, auch um weitere möglicherweise problematische Verhaltensweisen bei Wutanfällen zu finden.

«Auch gesunde Kinder können durchaus extremere Verhaltensweisen an den Tag legen, wenn sie zum Beispiel krank sind oder Hunger haben. Wenn aber ein Kind regelmäßig Auffälligkeiten bei Wutanfällen zeigt, wie selbst verletzendes Verhalten oder wenn sich das Kind kaum noch beruhigen kann, dann sollte das Kind von einem Kinder- und Jugendpsychiater untersucht werden», rät die Vorsitzende des BKJPP, Christa Schaff.






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