Verband sieht 30.000 Arbeitsplätze im Autohandel gefährdet
Frankfurt - Die Krise der Autoindustrie kann nach Branchenschätzungen schon in den nächsten Monaten um die 50.000 Arbeitsplätze kosten. Allein im Autohandel seien in den nächsten drei Monaten bis zu 30.000 Jobs in Gefahr, erklärte der Sprecher des Zentralverbands des Kraftfahrzeuggewerbes, Helmut Blümer. Weitere 20.000 Stellen sind dem Professor für Automobilwirtschaft an der Universität Geislingen, Willi Diez, zufolge in der meist mittelständischen Zulieferindustrie bedroht.
Blümer sagte der Nachrichtenagentur AP am Montag, etwa 1.000 bis 1.200 Händler seien akut von der Insolvenz bedroht. Sie hätten im Durchschnitt 25 Beschäftigte. Die Lage sei ernst, der Auftragseingang sei im Oktober um 12 Prozent gesunken. «Die Finanzkrise kommt langsam bei uns an. Die eine oder andere Bank wird nervös», sagte sagte Blümer, dessen Verband 39.300 Betriebe einschließlich der Autowerkstätten mit etwa 470.000 Beschäftigte vertritt.
Der schwache Inlandsmarkt treffe den Handel direkt, er habe nicht das Ventil des Exports, erläuterte der Sprecher des Verbandes der deutschen Automobilindustrie (VDA), Eckehart Rotter. Für die Zulieferer lauere die Gefahr vor allem in möglichen Kreditengpässen.
Die Anpassung an eine veränderte Marktlage sei für Zulieferer eigentlich ein normaler Prozess, meinte Rotter. Viele Betriebe hätten Verträge für Modelle, die erst in zwei bis drei Jahren auf den Markt kämen. Sie müssten dafür aber jetzt investieren können. Es gebe rund 322.000 Beschäftigte bei den Zulieferern, erklärte der VDA-Sprecher. Wie viele Arbeitsplätze gefährdet seien, könne der Verband nicht angeben. Das hänge auch «davon ab, welche Verantwortung der Bankenbereich übernimmt».