Cape Canaveral - Die Renovierung der Internationalen Raumstation (ISS) kann beginnen. Die US-Raumfähre «Endeavour» legte in der Nacht zum Montag erfolgreich an der ISS an. Danach begannen die Astronauten der ISS und des Space Shuttles mit der Entladung der Fracht der «Endeavour», die aus rund 6,8 Tonnen an Ausrüstung und Material besteht. Wenn die Arbeiten beendet sind, sollen ständig sechs statt der bisher drei Astronauten in der ISS wohnen und arbeiten können.
Zur Fracht der Raumfähre gehören ein Wasseraufbereitungssystem, ein Kühlschrank, neue und komfortablere Schlafplätze und ein Fitnessgerät. Neben den Innenausbauten sollen drei Astronauten der «Endeavour» bei einem Außenbordeinsatz ein klemmendes Sonnensegel reparieren, das seit einem Jahr nicht funktioniert, für die Erweiterung der ISS jedoch notwendig ist.
Besondere Aufmerksamkeit gilt dem neuem System der Wasserwiederaufbereitung. Es soll ein komplett geschlossener Wasserkreislauf sein, der sogar Kondenswasser und Urin wieder zu Trinkwasser verarbeitet. Das System wird zunächst bis zum Frühjahr getestet und gilt als Voraussetzung für die Verdoppelung der ISS-Besatzung.
Eine Stunde vor dem Andockmanöver an der ISS hatte der Kommandant der «Endeavour», Christopher Ferguson, die Raumfähre so gedreht, dass die ISS-Besatzung Fotos von der Unterseite machen konnten. Etwa 200 Digitalbilder wurden dann zur Bodenkontrolle der NASA gefunkt, um auszuloten, ob die «Endeavour» beim Start möglicherweise Beschädigungen am Hitzeschild erlitten hat. Zunächst wurden keine Hinweise auf größere Schäden entdeckt.
Der russische Kosmonaut Gregori Tschamitoff wird nach sechs Monaten in der ISS mit der «Endeavour» zur Erde zurückkehren. An seine Stelle tritt die Amerikanerin Sandra Magnus, die die kommenden drei Monate in der Weltraumstation verbringen soll.