Bonn - Die Arbeit im Zeitalter der Wissensgesellschaft hat sich dramatisch verändert, also muss sich das Büro anpassen. "Flexible Bürokonzepte - unterstützt durch Desksharing - können hier einen echten Mehrwert bieten", meint Dr. Wilhelm Bauer, Büro-Experte vom Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO).
Von etwa 250 Arbeitstagen verbringen die meisten Mitarbeiter in Deutschland nur 150-180 Tage im Büro. Dies kommt daher, so Bauer, dass sich die wesentlichen Koordinaten der Arbeit verschoben haben. "Ort, Zeit und Struktur haben sich geändert. Viele Menschen arbeiten heute im Wechsel an verschiedenen Orten, am Büroarbeitsplatz, im Besprechungsraum, im Zug, am Flughafen, auch im Auto, aber auch beim Kunden, beim Zulieferer und immer öfter von zu Hause", sagte der Wissenschaftler in einem Interview mit dem Verlag für die Deutsche Wirtschaft.
Das ideale Büro der Zukunft gibt es laut Bauer nicht. "Was wir heute und in Zukunft brauchen, sind Büros, die die unterschiedlichen Arbeitsanforderungen ideal erfüllen. Ich spreche gerne vom "Multi Space Office", also von einem Büro, in dem es unterschiedliche Räume bzw. Raumzonen mit unterschiedlichen Arbeitsplätzen gibt. Dann kann jeder sich aussuchen, welchen Arbeitsplatz er benötigt."
Bauer, der das Competence Center "New Work" des Fraunhofer Instituts leitet und sich im Hauptprojekt "Office 21" mit neuen Büroformen beschäftigt, stellt fest, dass Büroräume größer werden. Teamräume für 10-20 Personen ggf. mit flexiblen Stellwänden seien die am besten geeignete Raumform. Auch empfehlenswert: Kombibüros, die einen idealen Mix aus konzentrierter Einzelarbeit und kommunikativer Teamarbeit unterstützen.
Ergänzt werden diese Büroarbeitsplätze durch Meetingpoints, Besprechungsinseln und offene kommunikative Teeküchen. Das Büro von Morgen wird mehr und mehr zum Kommunikationszentrum.