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Freitag, der 17. November 2006
OECD-Chefökonom warnt vor globalem Handelskrieg





Hamburg - Der Chefökonom der OECD, Jean-Philippe Cotis, hat vor einem Ende der Globalisierung gewarnt. Es sei keineswegs auszuschließen, dass es zu einem Handelskrieg wie in den 30er Jahren komme, sagte Cotis im Interview mit dem Wirtschaftsportal manager-magazin.de. Derzeit breite sich weltweit eine „gewisse Liberalisierungsmüdigkeit“ aus, die zu „schlimmen Rückschlägen führen“ könne.

"Die Geschichte hat gezeigt, wie schnell das gehen kann“, warnte der französische Volkswirt. „Wir müssen sehr aufmerksam sein, damit aus den jetzigen Ermüdungserscheinungen keine Kehrtwende wird.“ Besonders kritisch sieht Cotis die zunehmende Einflussnahme vieler Regierungen auf Unternehmensübernahmen. Dies drohe, den freien Kapitalfluss und das weitere Zusammenwachsen der Weltwirtschaft zu behindern.

„Es wäre beängstigend, wenn ökonomischer Patriotismus als Protektionismus im neuen Gewand verstanden würde“, so Cotis. Der OECD-Chefvolkswirt appellierte an die Regierungen in der kritischen aktuellen Situation, „politische Fehler unter allen Umständen zu vermeiden“. Insbesondere müsse die feststeckende Welthandelsrunde der WTO abgeschlossen und eine fortschreitende Zersplitterung des EU-Binnenmarktes verhindert werden. Um eine Rückkehr zum Protektionismus früherer Jahrzehnte zu verhindern, sei eine Neuerfindung des Sozialstaats erforderlich.

Es gehe darum, den Bürgern die Angst vor der freien Weltwirtschaft zu nehmen, sagte Cotis. „Wir müssen die Fähigkeit der Staaten steigern, die Verlierer der Globalisierung zu kompensieren – auch um den Menschen wieder ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln. Ja, es stimmt: Viele von uns können zu Verlierern werden – aber wir müssen dafür sorgen, dass man schnell aus dieser Situation wieder herauskommt.“



Mittwoch, 19. Nov. 2008







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