Berlin - Ex-Bahnmanager Thilo Sarrazin lehnt einen Börsengang der Deutschen Bahn ab. "Ich glaube nicht, dass die Bahn ein Unternehmen ist, das man am Aktienmarkt handeln sollte, jedenfalls nicht diese Bahn", sagte der heutige Berliner Finanzsenator in der N24-Talksendung Links-Rechts. "Das, was steht und liegt" sei öffentliche Infrastruktur und gehöre auch nicht in private Hand, es sei auch nicht rentabel. "Etwas anderes ist der Verkehr auf der Bahn, den kann man verkaufen. Aber nicht unbedingt an ein großes Unternehmen". Das könnten auch viele kleine Unternehmen sein. Zugleich übte der SPD-Politiker scharfe Kritik an Bahnchef Mehdorn. "Er wollte mal Dasa-Chef werden, das hat nicht geklappt." Bei Heidelberger Druck habe er "mengenweise rote Zahlen gebaut". Sarrazin sagte voraus, wenn Mehdorn die Bahn verlasse, "wird man all das, was er dort zusammengebaut hat, wieder auseinander schrauben und wird einen Riesenschuldenberg entdecken." Gerüchten, er wolle selbst Bahnchef werden, trat Sarrazin entgegen: Mit 61 sei er dazu zu alt. Für die oft kritisierten Verspätungen habe er eine Erklärung. "Bahn ist komplex. Wenn man nicht genügend investiert in die Infrastruktur, weil man kurzfristig Gewinne zeigen will und deshalb den Unterhalt vernachlässigt, hat man nach eineinhalb Jahren Langsamfahrstellen und dann danach Verspätungen." Die Bahn habe in den letzten Jahren "unterinvestiert", darum seien Verspätungen die Folge.
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