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17. August 2007
(Update) - Erneuter Schlag gegen Kinderpornografie im Internet
Stuttgart - Deutsche Polizisten haben einen weltweit operierenden Kinderpornografie-Ring mit fast 5.000 Verdächtigen zerschlagen. Allein in Deutschland ermittelte das baden-württembergische Landeskriminalamt die Personalien von über 700 Verdächtigen, die entsprechendes Material im Internet abriefen und anboten, wie LKA-Präsident Klaus Hiller am Freitag in Stuttgart berichtete. Weltweit seien fast 5.000 mutmaßliche Täter aufgespürt worden. Es gab mehrere Festnahmen.
Der LKA-Präsident sagte, teilweise über Jahre andauernde Kindesmissbrauchshandlungen seien beendet und Produzenten von Kinderpornografie ermittelt worden. Ein 32-Jähriger aus dem Kreis Kamenz in Sachsen habe mehrere sexuelle Missbrauchstaten an Kindern und Jugendlichen gestanden. Bei dem Mann seien 39.000 Bilddateien mit kinderpornografischen Abbildungen und eine Vielzahl von CDs und DVDs mit selbst aufgenommenen Kinderpornos sicher gestellt worden. Der Mann sitze in Untersuchungshaft.
Ein 35-Jähriger, der berufsbedingt Kinder mit posttraumatischen Belastungsstörungen nach sexuellem Missbrauch betreute, geriet ebenfalls in das Visier der Fahnder. Bei ihm seien Bilder mit gequälten Säuglingen sicher gestellt worden, berichtete Hiller.
«Dieser Erfolg bestärkt uns in unserer Aufgabe, konsequent gegen Kriminelle im Internet vorzugehen», betonte der LKA-Chef. «Wir dürfen den Kampf gegen Kinderpornografie nicht aufgeben.» Auslöser des Verfahrens bei der Staatsanwaltschaft Konstanz war die Strafanzeige eines in Baden-Württemberg ansässigen Internetdienstanbieters, weil dessen Internetforen zum Tausch von Hunderten kinderpornografischen Dateien benutzt wurden. Es handelte sich um eine allgemein zugängliche Plattform.
Die Daten zu den ausländischen Computeradressen wurden zur weiteren Identifizierung an Strafverfolgungsbehörden auf der ganzen Welt weitergegeben. Allein in die USA wurden 27 Aktenordner an Beweismaterial versandt.
Mädchen im Internet in Falle gelockt
Unabhängig von den baden-württembergischem Ermittlungen verhaftete die Münchner Polizei einen mehrfach vorbestraften Sexualtäter, der bundesweit Mädchen zu sexuellen Handlungen vor Internetkameras erpresste. Der 31-Jährige hatte zuvor eine mehrjährige Haftstrafe wegen Vergewaltigung einer 14-Jährigen verbüßt, die er ebenfalls mit Hilfe des Internets in einen Hinterhalt lockte.
Laut Polizei gab sich der Mann in Internetforen als 13-Jähriges Mädchen aus. In Privatchats gelangte er an Namen, Telefonnummern und Bildern mehrerer Mädchen im Alter von 10 bis 15 Jahren. Wenig später versuchte er, die Mädchen zu erpressen, sich vor Webkameras auszuziehen.
Dabei drohte er den Kindern unter anderem, einen Zuhälter in die Wohnung zu schicken oder ihren Freundinnen etwas anzutun. In einigen Fällen stellte er als Druckmittel Daten und Bilder der Mädchen in Sexkontaktforen ein. «Auf diese Weise gelang es dem Beschuldigten, einige Mädchen zum Ausziehen vor der Kamera zu bewegen», erklärte ein Polizeisprecher. Auf dem Computer des Mannes befand sich kinderpornografisches Material.
In Kempten verhaftete die Polizei in einem anderen Fall einen 29-Jährigem, nachdem sie zufällig auf von einem von ihm durch Betrug erlangten Laptop Hunderte kinderpornografischer Bilder entdeckte.

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