BKA warnt vor boomendem Drogenschmuggel
veröffentlicht am 17.03.2007

Der Präsident des Bundeskriminalamts, Jörg Ziercke, hat vor einem boomenden Drogenschmuggel nach Deutschland gewarnt. «Der steigende Zufuhrdruck aus Südamerika und Afghanistan macht uns große Sorgen», sagte Ziercke am Freitag in Wiesbaden. BKA-Experten erwarten für 2007 eine nochmalige Steigerung des Opiumanbaus in Afghanistan.
Wiesbaden - Der Präsident des Bundeskriminalamts, Jörg Ziercke, hat vor einem boomenden Drogenschmuggel nach Deutschland gewarnt. «Der steigende Zufuhrdruck aus Südamerika und Afghanistan macht uns große Sorgen», sagte Ziercke am Freitag in Wiesbaden. BKA-Experten erwarten für 2007 eine nochmalige Steigerung des Opiumanbaus in Afghanistan.
Wie der Leiter der Abteilung für Organisierte Kriminalität beim BKA, Jürgen Maurer, berichtete, wurden im vergangenen Jahr in Deutschland rund 5,6 Tonnen Haschisch sowie knapp drei Tonnen Marihuana sichergestellt. Dazu kamen 879 Kilogramm Heroin, rund 1,7 Tonnen Kokain, 723 Kilogramm Amphetamine und knapp 1,1 Millionen Ecstasy-Tabletten. Trotz dieser Erfolge seien die kriminellen Organisationen, die hinter dem Drogenhandel steckten, offenbar nicht geschwächt worden. Dies zeigten unter anderem die stabilen Preise auf dem Schwarzmarkt.
Maurer sagte, rund 90 Prozent der weltweiten Heroinproduktion stamme inzwischen aus Afghanistan. Im vergangenen Jahr sei in dem zentralasiatischen Land eine Rekordernte von 6.100 Tonnen Rohopium eingebracht worden, woraus rund 600 Tonnen Heroin hergestellt worden seien. Da die afghanische Zentralregierung auf die Verhältnisse kaum Einfluss habe, verlasse sich das BKA zunehmend auf die Kooperation mit den Polizeibehörden in den Anrainerstaaten Afghanistans sowie den Transitländern des Drogenhandels, vor allem die Türkei, Russland sowie die Balkanstaaten.
Beim Kokain seien die wichtigsten Erzeugerländer 2006 Kolumbien, Peru und Bolivien gewesen. Synthetische Drogen dagegen würden vorwiegend in Europa hergestellt. So kämen 94 Prozent aller Ecstasy-Tabletten sowie 89 Prozent des Amphetamins aus den Niederlanden.
(© AP)



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