Ingelheim - Die Gefährdung der Wirtschaft durch kriminelle oder terroristische Handlungen wird weiter wachsen. Dies erwarten 78 Prozent der im Rahmen der siebten WIK Sicherheits-Enquête befragten Fachleute. Das höchste Gefährdungspotenzial messen die Experten heute und in der Zukunft den Angriffen auf die Informationstechnik zu. Aber auch die Gefährdung durch Spionage, allgemeine Kriminalität und Terrorismus werden nach Meinung der Sicherheitsfachleute in den nächsten Jahren wachsen. 224 Experten aus bedeutenden deutschen Unternehmen beteiligten sich an der Untersuchung, die von der Fachzeitschrift WIK-Zeitschrift durchgeführt wurde.
Bei 16 von insgesamt 28 Deliktsformen rechnet eine Mehrheit der Sicherheitsexperten mit einer deutlichen Zunahme. Bei keiner anderen Deliktsform fallen dabei die Zukunftsprognosen ähnlich ungünstig aus wie bei den IT-orientierten kriminellen Angriffen: So erwarten 75 Prozent der Teilnehmer, dass Hackerangriffe auf die betriebliche IT zunehmen. Fast ebenso viele glauben, dass auch der Befall durch Schadenssoftware aus dem Internet, wie Viren, Würmer oder Trojaner, zunehmen wird, und 67 Prozent erwarten, dass vermehrt Daten über Hardware-Diebstahl abhanden kommen.
Aber auch bei den Mitarbeiterdiebstählen, Diebstählen in der Lieferkette oder Einbruchdiebstählen erwarten mehr Sicherheitsexperten eine Zunahme als eine Stagnation oder Abnahme. 74 Prozent der befragten Fachleute waren bereits in den letzten 24 Monaten konkret mit Computerkriminalität befasst. Entsprechend wird in der IT- und Kommunikationssicherheit "aufgerüstet": 85 Prozent der Experten aus der traditionellen Security gehen in ihren Etats hier von steigenden Aufwendungen für das laufende Jahr aus. Aber auch in anderen Sicherheitsbereichen wird investiert: Für 2005 und 2006 erwartet die Hälfte der Befragten steigende Sicherheitsbudgets. Nur 11 Prozent gehen von Kürzungen aus.
Besorgniserregend wird auch die Entwicklung der Wirtschaftsspionage gesehen. Obwohl nach Meinung der Sicherheitsprofis in ihren Unternehmen schützenswertes Know-how anfällt und 23 Prozent der Befragten schon von Spionagefällen in der eigenen Branche wissen, findet sich bei weniger als der Hälfte der Unternehmen ein Konzept zum Schutz des eigenen Know-hows. Immerhin ein Fünftel hat vor, ein entsprechendes Schutzkonzept zu entwickeln.
Als gravierend bewerten die Unternehmensvertreter weiterhin die Mitarbeiterkriminalität: Diebstähle von Firmeneigentum, Abrechnungsbetrügereien und der "Zeitdiebstahl" gehörten schon bisher zu den Delikten, mit denen sich die Sicherheitsexperten am häufigsten zu befassen hatten. Auch hier werden, so ihre Prognose, Häufigkeit und Schäden in dennächsten Jahren stark steigen.
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