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17. Januar 2009
Wirtschaftsblogger «Minerva» bleibt in Haft
Seoul - Der südkoreanische Blogger «Minerva», der mit seinen düsteren und oft überraschend genauen Wirtschaftsprognosen eine große Fangemeinde gefunden hat, bleibt in Untersuchungshaft. Wie sein Anwalt am Freitag mitteilte, wurde Park Dae Sung eine Freilassung gegen Kaution verwehrt. Als Grund wurden Flucht- und Verdunkelungsgefahr genannt. Die Staatsanwaltschaft plant für die kommende Woche, Anklage gegen den 31-Jährigen zu erheben, wie die Nachrichtenagentur Yonhap weiter berichtete.
«Minerva» hatte unter anderem den Kollaps der US-Investmentbank Lehman Brothers vorausgesagt und die Wirtschaftspolitik der südkoreanischen Regierung kritisiert. Den Unwillen der südkoreanischen Behörden erregte er vor allem mit der Behauptung, die Regierung habe großen Finanzinstitutionen und Handelsfirmen verboten, US-Dollar zu kaufen. Dem Blogger wird vorgeworfen, fehlerhafte Informationen verbreitet und den Devisenmarkt empfindlich gestört zu haben.
Der Fall hat in Südkorea eine Debatte über die freie Meinungsäußerung im Cyberspace ausgelöst. Die Region gehört zu den am dichtesten vernetzten und technologiefreundlichsten der Erde.
Über «Minervas» Identität gab es langes Rätselraten. Laut Gerichtsakten handelt es sich um einen Arbeitslosen, der sich seine Wirtschaftskenntnisse im Selbststudium beigebracht hat. Ihm drohen bei einem Schuldspruch wegen Verbreitens falscher Informationen bis zu fünf Jahre Haft oder eine Geldstrafe von 50 Millionen Won (28.000 Euro). Benannt hat sich der Blogger nach der antiken griechischen Göttin für Weisheit.

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