Niederolm (dhg) - Der Computersicherheitsexperte Trend Micro hat im zweiten Quartal 2005 weltweit mehr als 10,2 Millionen infizierte Computersysteme registriert. Das gab das Unternehmen Ende vergangener Woche in München bekannt. Dies ist eine erhebliche Steigerung (22 Prozent) gegenüber den rund 8,2 Millionen Infektionen im Zeitraum Januar bis März. Verantwortlich für diese Entwicklung sind verschiedene aggressive Virenausbrüche im Mai und Juni, die den relativ ruhigen April mehr als aufgewogen haben.
Regelrecht überschwemmt wurden demnach Unternehmen und Privatanwender von der MYTOB-Familie. Insgesamt viermal musste Trend Micro mit einem globalen Yellow Alert vor einer der rund 200 Varianten warnen. Den Anfang machte Anfang Mai WORM_MYTOB.ED, dem, nur wenige Stunden später, WORM_MYTOB.EG folgte. Beide Varianten setzen auf das Social Engineering und tarnen sich als Benachrichtigungen von eMail-Systemen. Außerdem bestehen große Ähnlichkeiten mit den Mass-Mailing-Techniken von MYDOOM sowie den Netzwerkverbreitungsroutinen und Hintertürfunktionen von Bot-Würmern - daher auch der Name "MYTOB".
Ende Mai tauchten dann WORM_MYTOB.AR und WORM_MYTOB.BI auf, erneut mit nur einem Tag Abstand voneinander. Diese Malicious Codes nutzen dieselben Social- Engineering-Techniken wie ihre Vorgänger, versuchen aber darüber hinaus, die Spyware TSPY_AGENT.H herunterzuladen und zu installieren. Laut David Perry, Global Director of Education bei Trend Micro, kann davon ausgegangen werden, dass es sich bei dem Programmierer der MYTOB-Familie um einen Profi handelt, der für Erstellung und Versand dieser Würmer Geld erhält.
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