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16. Februar 2008

The Cure begeistern rund 10.000 Fans in Hamburg



Hamburg - Der Kajalstrich sitzt, das Haar ist noch immer wild toupiert: Die Musiker der Kultband The Cure präsentierten sich beim ersten Deutschlandkonzert im Rahmen ihrer aktuellen Welttournee in bekannter Manier. Die Band begeisterte am Freitagabend in Hamburg rund 10.000 Fans vor allem mit ihrem kraftvollen, melodischen Gitarrenrock und nicht enden wollender Spiellaune.

Ganze drei Stunden spielten The Cure in der nicht ganz ausverkauften Color Line Arena Hits wie «Friday I"m In Love» und «Lullaby». Satte Gitarrenbeschallung, ein dominantes Schlagzeug und vor allem die unverwechselbare Stimme von Frontmann Robert Smith machten die zumeist mehr als fünf Minuten langen Stücke zu einem absoluten Hörerlebnis.

Eine brachiale Rocknummer folgte der anderen, untermalt von sehr bunten Lichteffekten, die nicht so recht zum Image der Band als «die dunkle Seite des Pop» passen wollten. Zu manchen Titeln wurden Bilder auf die Bühnenwand projiziert, die beispielsweise beim Antikriegssong «One Hundred Years» für zusätzliche Verstörung sorgten.

Die Band gab auch einen Vorgeschmack auf ihr neues Doppelalbum, das im Frühjahr erscheinen soll. «Es gibt Songs über Beziehungen, materielle Welt, Politik und Religion. Sie sind sehr offen und dynamisch», sagte Smith im vergangenen Jahr im amerikanischen «Billboard»-Magazin.

The Cure gelten als Urgesteine der alternativen Rockmusik. 1976 gründete Sänger Smith die Band, die seitdem in wechselnder Besetzung große Erfolge feierte. Die britische Combo veröffentlichte bislang zwölf Studioalben und mehr als 30 Singles und wurde unter anderem für den Grammy nominiert. The Cure durchliefen mehrere musikalische Experimentierphasen, unter anderem probierten sie sich an Postpunkmusik, New Wave und Gothic-Rock. Trotzdem sträubte sich Smith immer gegen eine Einordnung in ein musikalisches Genre.

Das Konzert war für die Fans ein voller Erfolg: «Einfach super!», sagte die 33-jährige Nadine nach der Show. Seit 18 Jahren ist sie Fan und reiste extra aus Hannover an. Besonders habe ihr gefallen, dass The Cure es schaffen, nach so langer Zeit auf der Bühne sowohl die treuen Fans als auch neue Leute zum Rocken zu bringen. Ein solch jüngerer Fan ist Sophie: «Ich fand besonders toll, dass sie ihre gesamte Entstehungsgeschichte querbeet durchgespielt haben - ihre frühen Songs bis hin zu ganz neuen», sagte die 20-Jährige.


Publikum kommt erst spät in Schwung


Doch trotz der nahezu perfekten Show, die The Cure dem Hamburger Publikum boten, gab es auch Kritik - am Publikum: «Die Stimmung unter den Leuten war absolut tote Hose», sagte der 35-jährige Willy. Seine Begleitung Anabel (33) stimmte ihm zu: «Das war total statisch, als hätten die alle K.O.-Tropfen genommen.» Erst gegen Ende des Konzerts, als The Cure ihre Hits wie «Boys Don"t Cry» auspackten, begann das Publikum zu tanzen und sich auf den Rängen von den Sitzen zu erheben. «Das lag aber absolut nicht an der Musik», waren sich Anabel und Willy einig.

The Cure spielen drei weitere Konzerte in Deutschland. Am Samstag stand ein Auftritt im Berliner Velodrom auf dem Programm. Am 25. Februar soll die Band in der Münchner Olympiahalle und am 16. März in Oberhausen in der König-Pilsner-Arena auftreten.




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