Über Hafterleichterungen für den in Bruchsal einsitzenden RAF-Terroristen soll nach Informationen des «Spiegels» noch in diesem Monat entschieden werden. Laut einer Vorabmeldung vom Freitag findet dazu Ende Februar eine «Vollzugsplankonferenz» statt. Der Entscheidung liegt ein Gutachten des Freiburger Kriminologen Helmut Kury zu Grunde, nach dessen Einschätzung von Klar keine Gefahren mehr ausgehen.
Nach seiner Einschätzung wird der zu lebenslanger Haft verurteilte Terrorist bei Hafterleichterungen weder flüchten noch Straftaten begehen. Klar kann daher dem Bericht zufolge zeitlich abgestuft mit Lockerungen wie Ausführungen in Begleitung von Vollzugsbeamten, Ausgängen, später einem ersten Wochenendurlaub und am Ende womöglich auch Freigang im offenen Strafvollzug rechnen.
Sein Anwalt Heinz-Jürgen Schneider wird mit den Worten zitiert: «In diesem Monat muss endlich ein Anfang gemacht werden.» Dann könnte Klar im Sommer möglicherweise auch das Angebot des Berliner Ensembles annehmen, in der Hauptstadt eine Ausbildung zum Bühnentechniker zu beginnen. Der Betriebsrat des Theaters habe diesem Vorhaben von Intendant Claus Peymann bereits zugestimmt.
Das Gutachten und die erwarteten Hafterleichterungen könnten auch eine Rolle für die Entscheidung von Bundespräsident Horst Köhler über das Gnadengesuch Klars spielen. Das Staatsoberhaupt hat darüber zu befinden, ob der ehemalige Topterrorist doch vor Ablauf seiner vom Gericht auf 26 Jahre festgesetzten Mindesthaftzeit Anfang 2009 freikommt.
