Mit der Hoffnung auf eine Wende in der Öffentlichen Meinung geht John McCain in die letzte Fernsehdebatte des Präsidentschaftswahlkampfs mit Barack Obama. Die beiden Kandidaten kommen in der Nacht zum Donnerstag in der Hofstra-Universität am Rand von New York zusammen.
Auch die letzte Diskussionsrunde mit beiden Senatoren steht voraussichtlich im Bann der Finanzkrise, zumal die Innen- und Wirtschaftspolitik als offizielles Thema festgelegt wurde. Der demokratische Kandidat Obama versucht, die Finanzkrise als Ergebnis einer verfehlten Wirtschaftspolitik der Republikaner darzustellen. McCain will sich von Amtsinhaber George W. Bush absetzen und mit Vorschlägen zur Wirtschaftspolitik ein eigenes Profil geben - seine Strategie lautet nun, sich anders als Bush und besser als Obama zu präsentieren.
Allerdings hat Obama drei Wochen vor der Präsidentschaftswahl seine Führung in den Meinungsumfragen weiter ausbauen können. 53 Prozent der Amerikaner wollen Obama als Nachfolger von George W. Bush, während 39 Prozent dessen Parteifreund John McCain den Vorzug geben. Befragt wurden 1.070 potenzielle Wähler im Auftrag des Fernsehsenders CBS und der «New York Times». Vor einer Woche hatte Obama in der gleichen Erhebung erst einen Vorsprung von drei Prozentpunkten gehabt. Inzwischen sagen vier von fünf Befragten, ihre Wahlentscheidung stehe fest. 21 Prozent gaben an, ihre Meinung über McCain habe sich in den vergangenen Wochen verschlechtert. Als Gründe gaben sie meist die Attacken McCains auf Obama und die Entscheidung für die Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin an.
Weil nicht das landesweite Ergebnis, sondern die Summe der Ergebnisse in den Einzelstaaten wahlentscheidend ist, konzentrieren beide Kandidaten ihren Wahlkampf in der Schlussphase auf besonders kritische Staaten. McCain trat am Dienstag auf Veranstaltungen in Pennsylvania auf, wo es vor vier Jahren eine Mehrheit für den damaligen demokratischen Kandidaten John Kerry gab.
