Die Angst vor einem Abrutschen der Weltwirtschaft in die Rezession hat den Ölpreis unter die Marke von 77 Dollar gedrückt. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl kostete am Mittwoch im elektronischen Handel der New Yorker Börse zeitweise 76,54 Dollar. Analysten halten inzwischen sogar die Marke von 50 Dollar für möglich. Die Lufthansa senkte nach dem deutlichen Rückgang der Rohölpreise der vergangenen Wochen den Treibstoffzuschlag für ihre Flüge.
Bei Tickets, die ab dem 20. Oktober 2008 ausgestellt werden, vermindert sich der Zuschlag für innerdeutsche und grenzüberschreitende Flüge in Europa um 3 Euro auf 24 Euro pro Strecke, wie die größte deutsche Airline mitteilte. Der Zuschlag für Langstreckenflüge sinkt um 5 Euro auf 92 Euro pro Streckenabschnitt.
Auch die Spritpreise sind in der vergangenen Woche gesunken. Mit knapp 1,35 Euro habe ein Liter Benzin am Dienstag fast 8 Cent weniger gekostet als noch vor einer Woche, erklärte der ADAC in München. Diesel sei mit einem Preis von 1,29 Euro pro Liter um fast 6 Cent billiger gewesen.
Analyst hält Ölpreis von 50 Dollar für möglich
Der Ölpreis in der jüngsten Zeit deutlich gesunken. Nach Ansicht von Experten setzt sich die Angst durch, die Weltwirtschaft könnte in die Rezession rutschen. Dies würde zu einem Rückgang des Ölverbrauchs führen.
Der ehemalige US-Notenbankpräsident Paul Volcker sagte: «Die Banken mögen in Ordnung sein, aber der Rest der Wirtschaft braucht ebenfalls Hilfe.» Die USA und Europa blickten einer Rezession entgegen.
Auch Energieexperte Gerard Rigby von Fuel First Consulting in Sydney schätzt: «Die Rettungspläne mögen die Banken retten, aber Unternehmen müssen weiterhin Mitarbeiter in Feierschichten schicken.» Der aktuelle OPEC-Bericht zu den Ölmärkte zeigte bereits einen Rückgang des Rohölverbrauchs in Entwicklungsländern. Auch für die USA wird mit einem gesunkenen Verbrauch gerechnet.
Als Folge ist nach Einschätzung von Analyst Stephen Schork ein Preis von 50 Dollar für ein Fass Rohöl im Bereich des Möglichen. Mitte Juli waren es noch 147,27 Dollar.
