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15. Oktober 2008
Wieczorek-Zeul fordert Milliarden für Hungerbekämpfung


Berlin - Zum Welternährungstag am Donnerstag hat Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) die Zurückhaltung bei der Bekämpfung von Hunger und Armut kritisiert. «Wenn die internationale Gemeinschaft für die Rettung des Finanzsystems innerhalb kürzester Zeit viele hundert Milliarden Dollar mobilisieren kann, muss es auch möglich sein, die Milliardenbeträge zu mobilisieren, die notwendig sind, um die Welt vor Hunger und Armut zu retten», heißt es in einer Erklärung der Minister.

Es sei ein Skandal, dass zu Beginn des 21. Jahrhunderts weltweit fast eine Milliarde Menschen hungern. «Im vergangenen Jahr ist die Anzahl der Hungernden um fast zehn Prozent gestiegen. Dies dürfen wir nicht zulassen!», forderte Wieczorek-Zeul.

Die Entwicklungsländer litten unter einer dreifachen Krise. Sie seien massiv von den gestiegenen Nahrungsmittelpreisen betroffen, ihre Kosten für Öleinfuhren seien dramatisch gestiegen. «Und jetzt gefährdet die Bankenkrise ihr Wachstum noch zusätzlich», erklärte die Ministerin. Nach ihrer Ansicht muss dringend mehr in die ländliche Entwicklung investiert werden.

Den Welternährungstag begehen die Vereinten Nationen und ihre Mitgliedstaaten jedes Jahr am 16. Oktober, dem Gründungstag der 1945 gegründeten Welternährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO.

Das Bundesentwicklungsministerium investiert nach eigenen Angaben dieses Jahr fast 600 Millionen Euro in die Ernährungssicherung.

«Gezielt Kleinbauern unterstützen»

Die evangelische Hilfsaktion «Brot für die Welt» und die Entwicklungsorganisation Germanwatch fordern, wesentlich mehr Mittel zur Förderung des ländlichen Raums in Entwicklungsländern bereitzustellen. Damit müssten gezielt Kleinbauern unterstützt werden. Durch die dramatisch gestiegenen Preise für Nahrungsmittel sei die Zahl der Hungernden 2007 weltweit um 73 auf 923 Millionen Menschen gestiegen.

Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland kritisiert anlässlich des Welternährungstags, «dass Nahrungsmittel im großen Stil verschwendet werden, indem man sie an Tiere verfüttert, statt sie direkt dem Menschen zugänglich zu machen». «Die Essgewohnheiten der Reichen bedeuten den Tod der Armen» sagte Kampagnenleiter Tobias-Jan Hagenbäumer. Im Durchschnitt würden acht Kilogramm Getreide benötigt, um nur ein Kilo Fleisch zu produzieren.








 
 



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