Der ADAC hat vor Wildunfällen im Herbst gewarnt. In dieser Jahreszeit sei das Risiko besonders hoch - etwa die Hälfte aller Wildunfälle passiere dann, sagte ADAC-Experte Thomas Hessling am Mittwoch. Pro Jahr würden rund 220.000 Rehe überfahren, was etwa 20 pro Stunde entspreche. Das bedeute auch für die Autofahrer eine erhebliche Gefahr, warnt der Automobilclub. Wie viele Menschen bei Wildunfällen getötet oder verletzt würden, lasse sich nicht sagen, betonte Hessling. Viele würden von der Statistik nicht oder falsch erfasst.
Die besondere Gefahr im Herbst habe viele Ursachen, sagte Hessling. So sei das Wild auf dem Weg zurück in den Wald, nachdem viele Felder abgeerntet seien, und müsse dabei auch Straßen überqueren. Zudem sei die Aktivität im Wald in dieser Zeit ohnehin besonders hoch und das Wild werde teilweise von den Früchten der Alleebäume angelockt, beispielsweise von Eicheln oder Kastanien.
Hessling forderte die Autofahrer deswegen zu erhöhter Vorsicht auf. Grundsätzlich müssten sie sich bewusstmachen: «Wo ein Wald ist, da ist auch ein Reh.» Sich nur auf Wildwechsel-Schilder zu verlassen, sei dagegen trügerisch: Die Standorte vieler Schilder seien veraltet.
Komme es zu einem Wildunfall, müsse die Unfallstelle mit Warnblinker und Warndreieck abgesichert werden, erklärte der ADAC. Zudem müsse die Polizei informiert werden, die den Jagdrevierinhaber informiere und eine Unfallbescheinigung für die Versicherung ausstelle.
Das angefahrene Tier solle man auf keinen Fall berühren, warnt der Automobilclub. Es könne auskeilen oder Tollwut haben. Dagegen, ein totes Tier mitzunehmen, spreche darüber hinaus auch das Gesetz. Dies sei Wilderei, weswegen eine Geld- oder Haftstrafe drohe.
