Der DGB lehnt nach den Worten seines Vorstandsmitglieds Dietmar Hexel eine generelle gesetzliche Beschränkung von Managergehältern ab, befürwortet aber ein Limit von 500.000 Euro bei Bankmanagern. Unterdessen erklärten in einer Umfrage fast die Hälfte der Bundesbürger, eine halbe Million Euro Jahresgehalt seien genug. Die Mehrheit der Befragten kann aber auch eine höhere Bezahlung von Top-Kräften akzeptieren.
Hexel sagte der «Neue Ruhr/ Neue Rhein Zeitung» (NRZ, Donnerstagausgabe): «Von 500.000 Euro kann man sehr gut leben. Eine Beschränkung von Top-Gehältern bei Banken auf etwa das doppelte Einkommen der Bundeskanzlerin ist eine sehr gute Idee.» Der Gewerkschafter sprach sich ansonsten zwar gegen generelle gesetzliche Beschränkungen aus, plädierte jedoch für ein Verbot von Vergütungssystemen, «die Manager verführen, falsche Entscheidungen zu fällen, weil sie daran gut verdienen». Solche Anreizsysteme gefährdeten eine nachhaltige Entwicklung von Banken und Unternehmen.
Steinbrück hält Obergrenze von 500.000 für angemessen
Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hatte erklärt, für Vorstandsmitglieder einer Bank, die staatliche Hilfe in Anspruch nimmt, halte er eine Obergrenze von 500.000 Euro Jahresgehalt «für angemessen». In einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage für das Hamburger Magazin «stern» unterstützten 43 Prozent der Befragten diese Position.
Die Mehrheit der Bundesbürger akzeptiert allerdings Managergehälter von über 500.000 Euro im Jahr: 29 Prozent halten 500.000 Euro bis eine Million Euro für angemessen. Dass ein erfolgreicher Konzernmanager zwischen einer und drei Millionen jährlich verdienen solle, meinen 13 Prozent der Bundesbürger. Acht Prozent finden es angemessen, wenn Topmanager drei Millionen Euro oder mehr pro Jahr kassieren.
Der «stern» ließ vom Meinungsforschungsinstitut Forsa am 8. und 9. Oktober 1.002 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger befragen.
