Gut zwei Monate nach dem Georgien-Krieg haben sich Vertreter des Kaukasus-Staates und Russlands erstmals am Verhandlungstisch gegenüber gesessen. Der Beginn der internationalen Beratungen am UN-Sitz in Genf verzögerte sich am Mittwoch um fast eine Stunde, weil die russische Delegation noch nicht eingetroffen war. Es gab schon Befürchtungen, die Gespräche könnten scheitern, doch schließlich erklärte sich die russische Seite zur uneingeschränkten Teilnahme bereit.
Russland wollte die abtrünnigen georgischen Regionen Südossetien und Abchasien an den Verhandlungen beteiligt sehen, was Georgien strikt ablehnte. Daraufhin wurde beschlossen, die Beratungen nicht mit den Außenministern, sondern nur auf Expertenebene zu führen. Die russische Delegation wurde vom stellvertretenden Außenminister Grigori Karassin geleitet, die US-Delegation von Außenamtsstaatssekretär Daniel Fried. Die Vereinten Nationen wurden vom neuen Georgien-Beauftragten Johan Verbeke vertreten.
Auf der Tagesordnung standen die Sicherung des von der EU vermittelten Waffenstillstands zwischen Russland und Georgien, die Stabilisierung der Situation in Abchasien und Südossetien, die Rückkehr von Vertriebenen und die Menschenrechte. Schirmherren der Konferenz waren neben den UN die Europäische Union und die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Nach dem Auftakt wurden Arbeitsgruppen gebildet. Es wurde erwartet, dass die Delegationen sich künftig etwa alle zwei Wochen treffen könnten.
Der fünftägige Krieg in Georgien begann am 7. August mit einer Offensive der georgischen Streitkräfte in Südossetien. Russische Truppen drängten sie zurück und besetzten zeitweise große Teile von Georgien. Nach dem Ende der Kämpfe hat Russland die Unabhängigkeit von Südossetien und Abchasien anerkannt.
