Wegen eines Ansturms auf Bundeswertpapiere müssen Neuanleger in diesen Tagen mit Wartezeiten rechnen. «Die Anfragen übersteigen momentan unsere Service-Kapazitäten», sagte Boris Knapp, Sprecher der Finanzagentur des Bundes, am Mittwoch der AP. In der vergangenen Woche seien pro Tag bis zu 100 Millionen Euro allein in die Tagesanleihe geflossen. Dies entspreche einer Verzehnfachung des normalen Durchschnitts. Das Anlagevolumen liege im Schnitt bei 25.000 Euro, sagte der Sprecher.
Rund 40.000 Anrufe habe die Finanzagentur, die die Staatspapiere ausgibt und verwaltet, pro Tag in der vergangenen Woche verzeichnet. Daher sei mit längeren Wartezeiten bei der Hotline zu rechnen. Die Anrufer wollten wissen, wie sicher ihr Geld sei oder wie sie ein Konto eröffnen könnten. Die Auftragsbestätigung und Kontoeröffnung kann derzeit zwei oder drei Tage länger dauern, wie Knapp sagte.
Tagesanleihe seit Juli auf dem Markt
Angesichts der Erschütterungen auf den Finanzmärkten setzen Sparer schon seit Wochen auf Bundeswertpapiere. Verbraucherschützer empfahlen die Staatspapiere in jüngster Vergangenheit als besonders sichere Anlage. Der Staat bürgt mit seinem Vermögen und dem Steueraufkommen.
Die Staatspapiere gibt es in verschiedenen Formen. Die Tagesanleihe ist erst seit Juli auf dem Markt. Das angelegte Geld ist täglich verfügbar und die Anleihe nicht börsennotiert, sie birgt also kein Kursrisiko.
Wer sein Geld in Staatspapieren anlegen will, kann das über die Bank oder direkt bei der Finanzagentur tun. Nur die neue Tagesanleihe gibt es nicht bei der Bank. Beim Direktkauf fallen keine Depotkosten an, die Finanzagentur lagert die Papiere kostenlos.
