Die weltweite Finanzmarktkrise darf nach Ansicht der Umweltminister aus mehr als 30 Staaten den Kampf gegen den Klimawandel nicht bremsen. «Es gab einen sehr starken Konsens, dass die derzeitigen Finanzturbulenzen keine Entschuldigung sein dürfen, im Einsatz für den Klimaschutz nachzulassen», sagte UN-Klimachef Yvo de Boer am Dienstag zum Abschluss einer zweitägigen Klimaschutzkonferenz in Warschau. Von vielen Klimaschutzmaßnahmen könne auch die Wirtschaft profitieren.
Die Verhandlungen in Polen waren ein weiterer Schritt auf dem Weg zum Beschluss eines Nachfolgeabkommens zum Kyoto-Protokoll. Vertreter der USA, Europas, Indiens und Chinas versuchten dort, Spielraum für Kompromisse auszuloten. Außerdem bereiteten sie die nächste große Klimakonferenz vor, zu der im Dezember Teilnehmer aus rund 190 Ländern im polnischen Posen (Poznan) erwartet werden. Es war das ranghöchste Treffen seit den internationalen Verhandlungen auf Bali im vergangenen Jahr.
Auf der indonesischen Insel Bali hatten sich die UN-Staaten im Dezember nach viel Streit grundsätzlich darauf geeinigt, bis Ende 2009 ein neues weltweites Klimaabkommen auszuhandeln. Es soll ab 2013 dafür sorgen, dass der Ausstoß an Treibhausgasen weltweit reduziert und die gefährliche Erwärmung der Erde gebremst wird. Ein strittiger Punkt dabei ist, ob und mit wie viel Geld die Industriestaaten den Entwicklungs- und Schwellenländern bei den nötigen CO2-Einsparungen helfen sollen.
Aus Sicht der Wissenschaft müssen bereits bis 2020 die Emissionen der Industrieländer um 25 bis 40 Prozent unter dem Wert von 1990 liegen. Erstmals sollen sich auch die Schwellenländer zu aktivem Klimaschutz verpflichten.
Barroso fordert Einhaltung von CO2-Zielen
(Brüssel) EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso rief die Regierungschefs der Europäischen Union auf, ihre Zusagen zur CO2-Reduzierung trotz der Finanzkrise einzuhalten. Ansonsten werde die internationale Glaubwürdigkeit der EU Schaden nehmen und der Erfolg der UN-Klimagespräche gefährdet, sagte Barroso am Dienstag in Brüssel.
