Die Steuer- und Abgabenquote in Deutschland ist im vergangenen Jahr schneller als im Durchschnitt der Industrieländer gestiegen. Dennoch fielen nach der am Dienstag in Paris veröffentlichten Einkommensstatistik der Organisation für Wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) die Einnahmen der Sozialversicherung von 13,7 auf 13,2 Prozent der Wirtschaftsleistung. Der OECD-Steuerexperte Chris Hadey forderte weitere Reformen, um die Belastung der Arbeitseinkommen durch Sozialabgaben zu senken.
Die Steuer- und Abgabenquote in Deutschland lag laut Statistik 2007 bei geschätzt 36,2 Prozent oder 0,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Der OECD-Durchschnitt habe dagegen unverändert bei 36 Prozent gelegen. Von 30 OECD-Ländern stieg die Steuer- und Abgabenquote nur in Ungarn, Korea, Italien, Luxemburg und Portugal schneller als in Deutschland, wie es weiter hieß.
Die geringeren Einnahmen der Sozialversicherungen sei vor allem auf die Senkung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung im vergangenen Jahr zurückzuführen. Hadey erklärte: «Neben einer nachhaltigen Kostendämpfung in den Sozialsystemen sollte Deutschland weiter eine stärkere Steuerfinanzierung der sozialen Sicherung anstreben. Die durch die Mehrwertsteuererhöhung finanzierte Senkung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung war ein richtiger Schritt.»
