Zum Wintersemester 2008/2009 sind 75 Prozent aller Studiengänge an deutschen Hochschulen auf Bachelor- oder Masterabschlüsse umgestellt. Das zeigt die am Mittwoch in Berlin präsentierte Statistik der Hochschulrektorenkonferenz (HRK). Insgesamt gibt es demnach 9.234 Bachelor- und Masterstudiengänge. Die 2.330 noch nicht umgestellten alten Studiengänge an den Universitäten seien zu 80 Prozent staatliche und kirchliche Abschlüsse.
Mittlerweile sei fast jeder dritte Studierende in einem neuen Studiengang eingeschrieben, hieß es weiter. Im Vorjahr sei es noch jeder Fünfte gewesen. Bei den Absolventen habe der Anteil der neuen Studiengänge 2007 erst bei 14 Prozent gelegen, da die seit 2005 «rasant angewachsenen Bachelor-Studiengänge» ihr Studium noch nicht abgeschlossen hätten.
Die 73-seitige Statistik basiert auf den von den Hochschulen eingegebenen Daten des Hochschulkompasses, der Online-Datenbank für Studienmöglichkeiten, sowie den Daten des Statistischen Bundesamts.
Bis 2010 sollen in Europa flächendeckend Bachelor und Master als Hochschulabschlüsse eingeführt sein. Für Deutschland bedeutet dies eine tiefgreifende Reform, mit der die bisherigen Abschlüsse Diplom und Magister verschwinden. Die Regelstudienzeit beträgt für einen BA mindestens drei und höchstens vier Jahre, für einen MA mindestens ein Jahr und höchstens zwei Jahre.
Die MA-Prüfung kann nur ablegen, wer bereits den BA-Titel hat. Diplom- und Magisterabschlüsse an Universitäten und gleichgestellten Hochschulen entsprechen dem MA. Das Fachhochschuldiplom ist im internationalen Vergleich dem vierjährigen Bachelor honours gleichgestellt.
Das zweistufige Studiensystem ist Teil des «Bologna-Prozesses». Nach einer 1999 in der italienischen Stadt Bologna unterzeichneten Deklaration wollen die 50 beteiligten Staaten europaweit vergleichbare Abschlüsse schaffen.
