Masern-Mumps-Röteln-Impfung trägt nicht zu Autismus bei
veröffentlicht am 15.09.2008

Die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) trägt nicht zu Autismus bei. Eine aufwendige Studie der Columbia Universität in New York widerlegt den Verdacht, die Vakzine könne die Entwicklungsstörung auslösen. Zwar fanden epidemiologische Studien nie einen solchen Zusammenhang.
New York - Die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) trägt nicht zu Autismus bei. Eine aufwendige Studie der Columbia Universität in New York widerlegt den Verdacht, die Vakzine könne die Entwicklungsstörung auslösen. Zwar fanden epidemiologische Studien nie einen solchen Zusammenhang. Aber im Jahr 1998 sorgte ein Laborbefund für Aufsehen, bei dem Spuren des Masernvirus im Darmgewebe von Kindern festgestellt worden waren, die an Autismus und gleichzeitig an Verdauungsbeschwerden litten.
Nun analysierten Forscher Darmgewebe von 25 Kindern, die ebenfalls Autismus und Magen-Darm-Probleme hatten, auf Erbgut des Masernvirus. Zum Vergleich untersuchten sie auch 13 Kinder, die nur an Verdauungsbeschwerden litten. Die Gewebeproben wurden anonymisiert an drei verschiedene Labors geschickt, darunter jenes, das 1998 das Masernerbgut bei autistischen Kindern entdeckt hatte.
Spuren des Virus fanden die Labore bei einem Jungen mit Autismus und einem Jungen aus der Vergleichsgruppe. Auch mit Blick auf die zeitliche Abfolge von Impfung und Beginn der Störung schließen die Forscher im Online-Journal «PLoS One» aus, dass die Vakzine zu Autismus geführt haben könnte.
In den USA sind im ersten Halbjahr 2008 mindestens 131 Menschen an Masern erkrankt. Das ist die höchste Zahl für diesen Zeitraum seit 1996. Die Forscher hoffen, dass die Studie Zweifel an der Sicherheit der Impfung ausräumt.
(Quelle: «PLoS One», Vol. 3, e3140)
(© AP)




