Hannover - Rund 8.000 Menschen haben am Samstag in Hannover unter dem Motto «Bunt statt braun» friedlich gegen eine NPD- Wahlkampfveranstaltung demonstriert. Auf Kundgebungen sprachen sich die hannoversche Landbischöfin Margot Käßmann, IG-Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine und der Oberbürgermeister von Hannover, Stephan Weil, (SPD) für ein Verbot der rechtsextremen Partei aus. Auch die Präsidentin des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch, erklärte in einem Grußwort an die Demonstranten, dass die NPD endlich verboten gehöre.
Bischöfin Käßmann rief die Protestierenden dazu auf, die rote Karte gegen Extremismus, Antisemitismus und Rassismus zu ziehen. Dass eine fremdenfeindliche und offen antijüdische Partei «nicht verboten werden kann in unserem Land, das will ich nicht verstehen», sagte die Bischöfin. IG-Metall-Bezirksleiter Meine sagte, er sei «sehr eindeutig für ein Verbot der NPD». Ein Verbot sei ein Zeichen, dass Nazis in Deutschland nicht geduldet würden und dass die NPD außerhalb der Demokratie stehe. Oberbürgermeister Weil bezeichnete es als unerträglich, dass die Stadt Hannover der NPD ihr Kongress-Zentrum überlassen müsse. «Die NPD muss endlich verboten werden», betonte er.
An der NPD-Veranstaltung im Hannover Congress Centrum nahmen nach Polizeiangaben 550 Mitglieder und Anhänger der rechtsextremen Partei teil. Den Zugang zu dem städtischen Zentrum hatte sich die NPD vor Gericht erstritten. Zu der Auftaktveranstaltung ihres Landtagswahlkampfes in Niedersachsen lud die rechtsextreme Partei führende Vertreter neonazistischer Kameradschaften ein.
Das Bündnis «Bunt statt Braun» sprach von mehr als 8.000 Demonstranten, die Polizei von 6.000 bis 7.000 Kundgebungsteilnehmern. Bei einer Auftaktkundgebung rief auch der niedersächsische Landtagspräsident Jürgen Gansäuer (CDU) dazu auf, gegen die NPD und wieder aufkeimenden Antisemitismus Flagge zu zeigen. Die Polizei hatte mehr als 2.000 Beamten im Einsatz und sprach von friedlichen Protesten.