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15. Mai 2008
Serienmörder Fourniret äußert sich erstmals zu Verbrechen


Charleville-Mezières - Sechs Wochen nach Beginn des Prozesses gegen den Serienmörder Michel Fourniret hat sich der Angeklagte erstmals zu seinen Taten geäußert. Sein erstes Opfer, Isabelle Laville, sei «ein Werkzeug des Schicksals» gewesen, dass ihm «auf den Weg seines Vorsatzes gestellt» worden sei, sagte Fourniret am Donnerstag vor dem Geschworenengericht in der ostfranzösischen Stadt Charleville-Mezières.

Seit Ende März muss sich der 65-Jährige wegen Entführung, Missbrauchs und Ermordung von sieben Mädchen und jungen Frauen in Belgien und Frankreich verantworten. In Medien wird er als «das Monster der Ardennen» bezeichnet. Im Verhör hat Fourniret bereits gestanden und sich als besessenen Jungfrauenjäger bezeichnet. Das Verfahren boykottierte er aber bis zu dieser Woche, weil es nicht hinter verschlossenen Türen stattfindet.

Neben ihm auf der Anklagebank sitzt seine Frau Monique Olivier, die ihm bei seinen Taten half. Wie am 11. Dezember 1987, als die beiden Isabelle Laville vor ihrer Schule im burgundischen Auxerre mit einem Vorwand in ihr Auto lockten. Mit Medikamenten stellten sie die 17-Jährige ruhig und brachten sie in ihr Haus.

Dort habe er mit dem Finger die Jungfräulichkeit seines Opfers geprüft, sagte Fourniret am Donnerstag. Es sei ihm nicht gelungen, die junge Frau zu vergewaltigen, weil sie «im Komazustand» gewesen sei. Seine Frau habe ihn daraufhin oral befriedigt. Fourniret erwürgte Isabelle schließlich und warf sie in einen stillgelegten Brunnen. Erst vor zwei Jahren wurde die Leiche gefunden.


«Absicht zur Selbstvernichtung»

15 Jahre lang suchte sich Fourniret in Frankreich und Belgien seine Opfer, ohne das die Polizei auf seine Spur kam. Er sei jeweils «wie ein Wilddieb» aufgebrochen, ohne zu wissen, ober er «einen Fasan, ein Kaninchen oder gar nichts» erbeute, erklärte er am Donnerstag. Erst, als der 13-Jährigen Marie-Ascension im Juni 2003 die Flucht aus seinem Wagen gelang und sich das Nummernschild merkte, konnte der Serienmörder gefasst werden.

Am Tag der fehlgeschlagenen Entführung habe er «die Absicht zur Selbstvernichtung» gehabt, sagte Fourniret nun. Das belgische Mädchen konnte sich befreien und aus dem Auto springen. «Ich hatte die Stricke nur symbolisch angelegt. Es wäre sehr einfach gewesen, sie wirklich zu fesseln, wenn ich es gewollt hätte.»

Der Prozess ist bis Ende Mai angesetzt, mit dem Urteilsspruch wird nicht vor Juni gerechnet. Es gilt als sicher, dass Fourniret eine lebenslange Haftstrafe mit anschließender Sicherheitsverwahrung erhält. Auch seiner Frau droht lebenslänglich.






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