Eine Bärenmutter und ihr Junges haben am Donnerstag die rumänische Stadt Brasov (Kronstadt) in Panik versetzt: Auf der Suche nach Futter brachen die Braunbären in Gärten ein und drangen bis ins Stadtzentrum vor. Der Verkehr wurde teils lahmgelegt, Tierschützern gelang es jedoch nicht, die Tiere zurück in den Wald zu treiben. Die Bären flüchteten schließlich in ein Wohnhaus und kletterten vier Stockwerke hinauf bis aufs Dach. Dort traf die Bärenmutter dann ein Betäubungspfeil.
«Es war eine schwierige Aufgabe», sagte Flavius Barbulescu, der Leiter des Tierschutzvereins. Das Junge sei noch so klein gewesen, dass es der Mutter bei der Flucht nicht hätte folgen können. «Und die Mutter wollte nicht ohne es zurück in den Wald.» Die Tierschützer verschnürten die Pfoten der eingeschläferten Braunbärin und brachten sie zunächst in den örtlichen Zoo. Der Nachwuchs wurde im Käfig transportiert. Zahlreiche Anwohner beobachteten die spektakuläre Aktion, das Fernsehen übertrug live.
Die Tiere sollen schon bald wieder in einem Bären-Schutzgebiet ausgesetzt werden, erklärten die Behörden. In Brasov, das rund 150 Kilometer nördlich von Bukarest liegt und knapp 300.000 Einwohner hat, werden immer wieder Bären gesichtet, zumeist jedoch eher am Stadtrand. Etwa die Hälfte aller Braunbären Europas leben in Rumänien. In den letzten vier Jahren wurden vier Menschen von Bären getötet.
