Premiere für Eisbären-Baby Wilbär: Vier Monate nach seiner Geburt wird das Tier am Mittwoch zum ersten Mal im Stuttgarter Zoo Wilhelma der Öffentlichkeit vorgestellt. Damit beim ersten Auftritt auch nichts schiefgeht, wurde heimlich geübt, wie eine Sprecherin des zoologisch-botanischen Gartens am Dienstag in Stuttgart sagte: «Mitten in der Nacht ohne Publikum.»
Der kleine Eisbär war bislang nicht für die Öffentlichkeit zu sehen, weil er von seiner Mutter Corinna aufgezogen wird. Wilbär wurde am 10. Dezember geboren. So viel Trubel wie bei Eisbärendame Flocke in Nürnberg erwarten die Verantwortlichen in Stuttgart zunächst aber nicht. «Wir hoffen, dass die ersten Tage ruhig sind.» Der Termin finde ja unter der Woche statt. Die Leute müssten arbeiten und die Kinder gingen zur Schule. Am kommenden Wochenende werde mit einem größeren Andrang gerechnet.
Eigentlich sollte der Eisbärennachwuchs erst Ende des Monats oder Anfang Mai die ersten Schritte im Freien machen. Doch der Schritt kam nun früher, weil Mutter Corinna sich öfter an dem Schieber aufgehalten hatte, der das Innen- vom Außengehege trennt. Wilbär ist aufgerichtet fast einen Meter groß und wiegt über 15 Kilogramm. Er hatte sich in seinem Planschbecken, das extra für ihn gebaut wurde, schon an das Wasser gewöhnen können. Er sei gut vorbereitet, versicherte die Sprecherin.
Die Wilhelma hatte Wilbär lange als streng geheime Angelegenheit behandelt. Erst Ende Februar wurde die Geburt von Wilbär bekanntgegeben. Vater ist Eisbär Anton, der wie Corinna seit 1990 in Stuttgart zu Hause ist. Corinna stammt aus Kopenhagen und Anton aus Karlsruhe, beide wurden 1989 geboren. Die Eisbärendame hatte in der Vergangenheit fünf Mal Jungtiere geboren. Von diesen überlebte eins im Jahr 2004 nur neun Tage. Weltweit leben in Zoos nach Angaben der Stuttgarter Wilhelma etwa 400 Eisbären, davon etwa 134 in Europa, 35 davon in Deutschland.
