Druck auf Tauss innerhalb der SPD nimmt zu
veröffentlicht am 15.03.2009

Die baden-württembergische SPD erhöht den Druck auf den unter Kinderpornografie-Verdacht stehenden Bundestagsabgeordneten Jörg Tauss. Landesvorsitzende Ute Vogt sagte am Samstag in Stuttgart, es müsse vor Ostern über das weitere politische Schicksal von Tauss entschieden werden. «Wir erwarten, dass die Staatsanwaltschaft zügig arbeitet.» Es sei völlig klar, dass man nicht ewig zuwarten könne.
Stuttgart - Die baden-württembergische SPD erhöht den Druck auf den unter Kinderpornografie-Verdacht stehenden Bundestagsabgeordneten Jörg Tauss. Landesvorsitzende Ute Vogt sagte am Samstag in Stuttgart, es müsse vor Ostern über das weitere politische Schicksal von Tauss entschieden werden. «Wir erwarten, dass die Staatsanwaltschaft zügig arbeitet.» Es sei völlig klar, dass man nicht ewig zuwarten könne. Es sei sicherlich schwierig, wenn es zu einer Anklage komme.
Tauss, der seit 1994 im Bundestag sitzt, ist auf der SPD-Landesliste für die Wahl im September auf Platz sieben nominiert. Vogt sagte, man müsse Tauss die Chance auf ein faires Verfahren geben. «Er hat einen schweren Fehler gemacht.» Durch seinen Rücktritt als Landesgeneralsekretär und die Abgabe seiner Ämter in der Bundestagsfraktion in Berlin habe er die Partei entlastet.
Zum kommissarischen Nachfolger von Tauss im Amt des Landesgeneralsekretärs bestimmte der Vorstand bei seiner Sitzung den 36-jährigen Bundestagsabgeordneten Peter Friedrich, wie Vogt berichtete. Seine Hauptaufgabe werde die Organisation der Wahlkämpfe für Europa-, Kommunal- und Bundestagswahl sein. Der Abgeordnete aus Konstanz soll beim Parteitag der Sozialdemokraten im November dann formal gewählt werden.
Vogt sagte, es habe auch einen Kandidaten für den Posten aus der Landtagsfraktion gegeben. Friedrich war unter anderem Landesvorsitzender der Jusos in Baden-Württemberg und ist seit 2005 Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Konstanz. Der Vater von zwei Kindern ist gelernter Verwaltungswissenschaftler und Sprecher der jungen Abgeordneten der SPD-Bundestagsfraktion, der sogenannten Youngsters. Im SPD-Landesvorstand votierten elf Mitglieder für den 36-Jährigen, fünf waren gegen ihn und ein Mitglied enthielt sich.
(© AP)




