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15. März 2007

Immer mehr Jugendliche "ritzen"



Ulm - Nach Angaben von Ärzten gibt es «eine Welle des Ritzens unter den Jugendlichen». Mit «Ritzen» sei die häufigste Form der Selbstverletzung gemeint, bei der die Betroffenen sich selbst schneiden, erklärte Paul Plener, Arzt an der Ulmer Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, am Donnerstag. Wie aus ersten Ergebnissen einer Studie über das Problem hervorgeht, verletzen sich Mädchen häufiger absichtlich als Jungen.

In der Hauptschule gibt es demnach mehr junge Leute, die sich selbst Schmerzen zufügen als in den anderen Schultypen. Ein Unterschied zwischen Stadt und Land ließ sich nicht ausmachen.

«Die meisten fügen sich Schmerz oder Verletzungen zu, indem sie sich schneiden, kratzen oder schlagen», erklärte Plener, der die Studie leitet. «Die meisten beginnen mit dem selbstverletzenden Verhalten im Alter von 13 oder 14 Jahren.» Ein Viertel der Jugendlichen, die sich an der neuen Studie beteiligten, gab an, sich zumindest schon einmal absichtlich verletzt zu haben. Etwa neun Prozent der Befragten tue dies immer wieder.

Ein großer Teil der befragten Jugendlichen gab an, dass die Selbstverletzung ihre eigene Idee war, einige hatten durch andere Leute davon gehört. Medien schienen eine geringere Rolle zu spielen.

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigten, dass selbstverletzendes Verhalten nicht immer gleichzusetzen sei mit der Absicht, sich selbst zu töten. Oft diene es den Betroffenen zum Abbau von Stress, sie fühlten sich eine gewisse Zeit erleichtert und beruhigt. Die Gründe für die Selbstverletzung seien unterschiedlich. Die Umwelt reagiere auf die Selbstverletzungen oft mit Angst, Ekel und Feindseligkeit. Das mache die Situation für die Betroffenen besonders schwierig, hieß es weiter.

An der anonymen Stichprobe haben 605 Schüler im Alter von 14 bis 17 Jahren teilgenommen. Sie besuchten die neunten Klassen in jeweils vier unterschiedlichen Gymnasien, Realschulen und Hauptschulen in Ulm und im Alb-Donau-Kreis und füllten für die Studie mit Zustimmung ihrer Eltern wissenschaftlich standardisierte Fragebögen aus.






 

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