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14. Dezember 2007

CD-Gesamtausgabe von Pink Floyd ein Kompromiss



Frankfurt - 16 CDs in einer Box mit allen Zugaben, die Alben von Pink Floyd in ihrer Zeit zu etwas Besonderem machten: «Oh By The Way» (EMI) heißt die Gesamtausgabe der britischen Superband und Schlagzeuger Nick Mason räumt ein: «Ich bin sicher, dass wir alle nicht ganz glücklich damit sind, aber es war besser als alles andere, auf das wir uns einigen konnten.»

Es ist eine Ironie der Rockgeschichte, dass eine der erfolgreichsten Bands ihr ambitioniertes Gesamtwerk unter der hingefrotzelten Zeile aus «Have A Cigar» veröffentlichen. Das Zitat aus dem Song von dem Album «Wish You Were Here» spielte auf einen Platten-Manager an, der nach der Vertragsunterzeichnung fragte: «Mal ganz nebenbei, wer von euch ist Pink?»

«Ich war ja sehr für "Still First in Space", was vor langer, langer Zeit ein Slogan war», sagt Mason im AP-Interview. Pink-Floyd-Fans trugen in den 80ern T-Shirts mit dem Spruch, nachdem russische Kosmonauten Lieder der Band in ihrer Weltraumstation spielten. «A Delicate Sound of Thunder» wurde so die erste Musik einer Rockband, die im All gespielt wurde.

Mason sagt, mit dem einprägsamen und Pink-Floyd-Fans wohlbekannten «Nebenbei»-Spruch könne er aber auch leben. Und auch damit, dass die Plattenfirma ein Interesse daran habe, die Band mit ihren zeitweise bis zur Unversöhnlichkeit zerstrittenen Mitgliedern im Blickpunkt der Öffentlichkeit zu haben. «Ich muss sagen, wir wollen das auch. Es ist unser Katalog, und deshalb sind wir bereit, ein gewisses Maß an Gestaltung und Werbemaßnahmen mitzumachen. Es geht darum, unsere Geschichte lebendig zu halten. Ich denke nicht, dass wir das nun jedes Jahr zu Weihnachten machen werden. Natürlich gibt es einen kommerziellen Aspekt dabei. Es gibt aber einen Aspekt, der diese Ausgabe rechtfertigt: Es ist vielleicht das letzte Hurra von CDs und Platten, die in Geschäften gekauft und nicht heruntergeladen werden.»

In den Zimmern seiner Söhne gebe es keine CDs mehr. Und auch keine Stereoanlage, sondern nur kleine, tragbare Geräte. «Die jungen Leute sind nur noch am downloaden. Und das verändert auch die Art und Weise, wie wir Musik hören. Wenn man einen iPod hat, mal abgesehen von den Kopfhörern, ist die (Klang-) Qualität für eine große HiFi-Stereoanlage gar nicht gut genug.»

Andererseits gebe es ein großes Interesse an Live-Musik. «Es ist interessant, wieviele Jugendliche in Bands sind und es mögen, Musik zu machen - und sie spielen fast wie (Jimi) Hendrix. Es ist so, als ob verschiedene Ströme zur selben Zeit in verschiedene Richtungen fließen.»

Drei Jahre nach dem überraschend zustandegekommenen Auftritt bei «Live 8» kann sich Mason - wie Gitarrist David Gilmour auch - ein erneutes Konzert zu einem besonderen Anlass vorstellen. Mason hat bei einigen Konzerten von Roger Waters" Solotournee mitgespielt, ist bei Gilmours Konzert in der Londoner Royal Albert Hall zusammen mit Keyboarder Rick Wright aufgetreten. Beinahe wäre auch noch ein Konzert zu Ehren des verstorbenen Gründungsmitglieds Syd Barrett zustandegekommen.


Kein Ende der Band «aus rechtlichen Gründen»


«Es wäre für uns viel einfacher, Konzerte zu geben, als ein neues Album zu machen. Sich wieder auf dieses Ausmaß von...» - Mason seufzt, die Erinnerung an die Studiozeiten mit Pink Floyd scheinen sehr unangenehm zu sein. «Live zu spielen wäre viel leichter, als ein neues Album zu machen», setzt er neu an. «Viel einfacher. Und angesichts der Tatsache, dass ein neues Album nur sehr wenig Geld einspielen würde, gibt es wohl sehr wenig Enthusiasmus, durch all diese Qual zu gehen. Ich persönlich würde viel lieber live als im Studio spielen.»

Mason zufolge wäre Roger Waters vielleicht gar nicht mal abgeneigt, für ein neues Pink-Floyd-Album zu schreiben. Eine Reunion dürfte vor allem an Gilmour scheitern. Denn der sagte in einem Interview auf die Frage, ob er nicht ein für alle mal das Ende von Pink Floyd verkünden könne: «Ich kann nicht soweit gehen und das Ende verkünden. Es gibt rechtliche Gründe dafür, warum es ungeschickt wäre, sowas zu sagen. Was ich mitteilen kann ist, dass die Aussichten auf eine Reunion von Pink Floyd wirklich extrem gering sind, abgesehen von einmaligen, wichtigen Anlässen, wie "Live 8" einer war. Der Gedanke an ein Wiederbeleben von Pink Floyd bereitet mir kein gutes Gefühl - und in meinem Alter hat man eher das Verlangen nach komfortablen Gemütszuständen.»

Gilmour ist mit 61 Jahren der jüngste, Waters und Wright sind 64 und Mason 63 Jahre alt.






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