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14. Oktober 2008
(Update) - Uwe Tellkamp erhält den Deutschen Buchpreis 2008


Frankfurt - Uwe Tellkamp erhält in diesem Jahr den Deutschen Buchpreis. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels zeichnete den Autoren am Montag in Frankfurt am Main für das Werk «Der Turm» mit dem mit 25.000 Euro dotierten Preis aus. Die übrigen fünf nominierten Schriftsteller erhalten jeweils 2.500 Euro. Der Preis wurde zum vierten Mal vergeben. Er orientiert sich an Vorbildern wie dem englischen Man Booker Prize und dem französischen Prix Goncourt.

«Der Turm» spielt überwiegend im Dresden der 80er Jahre. Im Mittelpunkt steht die Familie Hoffmann. «Den Lesern erschließen sich wie nie zuvor Aromen, Redeweisen und Mentalitäten der späten DDR. Unaufhaltsam treibt das Geschehen auf den 9. November zu», heißt es in der Begründung der Buchpreis-Jury.

Die Geschichte sei zu 34,57 Prozent autobiografisch, scherzte der 1968 in Dresden geborene Autor. In seiner Heimatstadt sei das Werk überwiegend positiv aufgenommen worden. «Jetzt ist es so, dass mich mein Bäcker kennt», sagte er. Er hoffe, dass sich nach der Auszeichnung mit dem Deutschen Buchpreis für ihn persönlich nichts ändere, erklärte er. Tellkamp hatte nach Bekanntgabe der Auszeichnung die anderen mit auf die Bühne gerufen, «denn es ist mir peinlich, hier allein zu stehen».

Vierte Vergabe des Deutschen Buchpreises

Die Jury hatte zum Schluss die Auswahl unter sechs Romanen, die in die Finalrunde kamen. Nominiert waren neben Tellkamp noch: Dietmar Dath (»Die Abschaffung der Arten»), Sherko Fatah (»Das dunkle Schiff»), Rolf Lappert (»Nach Hause schwimmen»), Ingo Schulze (»Adam und Evelyn») und Iris Hanika (»Treffen sich zwei»). Die Jury hatte 161 Titel zur Auswahl, die zwischen dem 1. Oktober 2007 und dem 17. September 2008 erschienen sind.

Die sechs Schriftsteller wurden von einer Jury aus der Longlist von zunächst 20 vorgeschlagenen Romanen ausgewählt. Auf der langen Liste hatten auch so prominente Schriftsteller wie Peter Handke, Martin Walser, Karen Duve, Uwe Timm oder Feridun Zaimoglu gestanden. Handke hatte allerdings zwischenzeitlich schon von sich aus zugunsten jüngerer Kandidaten verzichtet.

Der Deutsche Buchpreis wird jedes Jahr als Auszeichnung für den besten deutschsprachigen Roman vergeben. Um Unabhängigkeit und Transparenz bei der Preisvergabe zu sichern, wurde eine «Akademie Deutscher Buchpreis» berufen; die elf Mitglieder kommen aus der Buch- und Medienbranche. Das Gremium bestimmt die jährlich wechselnde Jury, die den Preisträger in mehreren Auswahletappen kürt. Der Preis wird traditionell am Vorabend der Frankfurter Buchmesse verliehen.

Jeder Verlag aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kann sich mit zwei deutschsprachigen Romanen aus seinem aktuellen oder geplanten Programm um die Auszeichnung bewerben. Die Jury sichtet die Einsendungen, sie kann auch zusätzliche Titel anfordern, die sie für geeignet hält.

 








 
 



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