Die neue Besatzung der Internationalen Raumstation (ISS) ist nach zweitägiger Reise an ihrem Einsatzort für die kommenden Monate eingetroffen: Eine russische Sojus-Kapsel mit dem US-Astronauten Michael Fincke und dem russischen Kosmonauten Juri Lontschakow dockte am Dienstag an der ISS an, sogar einige Minuten eher als geplant. Ebenfalls an Bord war der amerikanische Weltraumtourist Richard Garriott, der zehn Tage auf der ISS bleibt.
Die Luken wurden rund 90 Minuten nach dem Andocken geöffnet. Die bisherige ISS-Besatzung, die Russen Oleg Kononenko und Sergej Wolkow, begrüßte die Neuankömmlinge begeistert. «Ich kann fliegen», sagte Richard Garriott lachend. «Gratulation zum Verlassen der Erde», sagte Garriotts Bruder Robert später in einer kurzen Videokonferenz. Der Sohn eines ehemaligen US-Astronauten bezahlte für das Abenteuer dem Vernehmen nach 30 Millionen Dollar (22 Millionen Euro) und wird am 24. Oktober mit Kononenko und Wolkow zurück zur Erde fliegen.
Sein Vater Owen Garriott, der 1973 im All war, verfolgte das Andock-Manöver am Dienstag gemeinsam mit anderen Familienmitgliedern von der russischen Bodenkontrolle in Koroljow. Der 77-Jährige zeigte sich zufrieden. «Alles verläuft reibungslos», sagte er. «Sie beginnen da oben ein faszinierendes neues Abenteuer.»
Familiendynastien im Weltraum
Auch Wolkow wurde die Begeisterung für den Weltraum in die Wiege gelegt. Sein Vater Alexander war in der Sowjet-Zeit Astronaut und wurde für seine Leistungen mehrfach ausgezeichnet. Er verfolgte das Andockmanöver ebenfalls. «Ich bin sehr glücklich, eine wahre Weltraumdynastie gegründet zu haben und nicht der einzige Gründer einer solchen Dynastie zu sein», sagte Alexander Wolkow mit Blick auf seinen Sohn und Owen Garriott. Beide Väter erklärten, sie wünschten sich sehr, noch einmal ins All fliegen zu können, vielleicht sogar gemeinsam. «Aber vielleicht sind wir noch nicht alt genug», scherzte Garriott.
Die «Sojus»-Kapsel war am Sonntag vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet.
