Immerhin 9,95 Euro ist einem Investor das Münchener Grundstück des Krisenunternehmens Real Hypo Estate wert gewesen - allerdings nur auf der Landkarte von whatsyourplace.de (WYP), wo eifrig «virtuelle Grundstücke» abgesteckt werden.
Bisher haben dort rund 4.000 Mitglieder einen Lieblingsort auf der Google-Karte besetzt - zu einem Preis von 9,95 Euro je Hektar. Dazu gibt es einen virtuellen «Grundbucheintrag» mit einer Profilseite, zu der Fotos und Beschreibungen gehören. «Gruppen können auch gemeinsam einen Ort besetzen und sich dann dort virtuell treffen», erklärt der Betreiber der Plattform, Tobias Lampe. Möglich ist auch der Weiterverkauf, doch haben viele Mitglieder ihren Ort in der WYP-Welt als unverkäuflich ausgewiesen.
Die Idee zu dem eigenwilligen Angebot kam Lampe beim Besuch eines Souvernir-Shops in Venedig. «Warum soll man kitschige Andenken aus Plastik kaufen, wenn die virtuelle Welt Möglichkeiten bietet, dies auch symbolisch zu besetzen», fragte er sich. Aus der Idee beim Anblick einer Rialto-Brücke aus Plastik ist das Unternehmen Value Maps GmbH entstanden, das Lampe als Geschäftsführer leitet. «Wir sind eine überschaubare, aber sehr lebendige Community», erklärt er.
Ist das nur eine clevere Geschäftsidee, um aus nichts Geld zu machen? «Der Wert eines virtuellen Guts hängt immer davon ab, ob dieser auch in der Community akzeptiert wird», antwortet Lampe auf diese Frage. Dies sei genauso wie in der virtuellen Welt von Second Life.
Als nächste Neuerung ist die Bildung von WYP-Themenringen geplant. Als Beispiele nennt Lampe die besten Biergärten in Deutschland, die schönsten Hotels der Welt oder auch Drehorte von Kultfilmen. «Das wird es möglich machen, sich thematisch durch die Welt führen zu lassen.»
