Die deutsche Wirtschaft ist noch nicht in den Sog der Finanzkrise geraten. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos sagte nach einem Treffen mit Spitzenvertretern der Branchen und der Bankwirtschaft, die deutschen Unternehmen hätten sich bislang als «erfreulich widerstandsfähig» gezeigt. Der CSU-Politiker forderte ein «generelles Belastungsmoratorium», damit das Vertrauen in die Wachstums- und Widerstandskraft wieder gestärkt werden könne.
Als einen ersten konkreten Schritt werde er darauf dringen, dass die deutsche Automobilindustrie nicht noch weiter «durch überzogene europäische CO2-Zielwerte für Pkw» belastet werde, sagte Glos. Darüber hinaus sollte die Entlastung bei den Beiträgen zur gesetzlichen Krankenversicherung noch 2008 greifen. Nach der Bundestagswahl müsse dann eine Steuerreform in Angriff genommen und die kalte Progression abgeschafft werden. Als kalte Progression wird der Anstieg der Steuerlast durch eine inflationsausgleichende Einkommenssteigerung bezeichnet.
Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt sagte, das Rettungspaket der Bundesregierung werde von der Wirtschaft «einschränkungslos begrüßt». Ihm seien im Zuge der Finanzkrise noch keine Fälle von «Kreditklemme» bekanntgeworden. 2009 seien aber Auswirkungen der sich abschwächenden Konjunktur auf den Arbeitsmarkt zu erwarten, prognostizierte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände.
In der aktuellen Finanzkrise seien alle gefordert, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. Das gelte auch für Tarifrunden in der Metall- und Elektroindustrie. Die Forderungen der IG Metall seien überzogen. Hundt appellierte an das Verantwortungsbewusstsein der Branche. Die Abschlüsse dürften keine negativen Auswirkungen auf den Markt haben.
