Die Landesbanken von Bayern (BayernLB) und Baden-Württemberg (LBBW) prüfen eine Fusion. Sprecher des baden-württembergischen und des bayerischen Sparkassenverbandes bestätigten am Montag einen Bericht der «Süddeutschen Zeitung». Es gebe schon seit Monaten Gespräche über eine mögliche Fusion, sagte Hans Schmid vom bayerischen Sparkassenverband. Es handle sich dabei aber noch um Sondierungen.
Die beiden Banken gehören den jeweiligen Ländern und den Sparkassen. Die Sparkassenverbände sind für eine Fusion. «Wir werben bei der Landespolitik in Bayern und Baden-Württemberg für eine Fusion», sagte ein Sprecher des baden-württembergischen Sparkassenverbandes. Auch die bayerischen Sparkassen favorisieren laut Schmid die Fusion zu einer Süd-Bank gegenüber anderen Lösungen.
Stächele: Es gibt keine Vorentscheidung
Baden-Württembergs Finanzminister Willi Stächele (CDU) sagte der «Südwest Presse» (Dienstagausgabe) allerdings auch: «Kein Aufsichtsgremium der LBBW hat einen konkreten Vorstoß für eine Fusion mit der BayernLB abgezeichnet. Es gibt auch keine Vorentscheidung für etwaige Übernahmen oder Fusionen.» Stächele ist Mitglied der Trägerversammlung wie auch des Verwaltungsrats der LBBW. Mittelfristig bleibe zwar das Ziel bestehen, aus sieben Landesbanken «zwei oder drei» zu machen, zitiert die Zeitung Stächele weiter. Aber «wann und wie» der Markt neu geordnet werde, sei «derzeit schwer zu sagen».
Bayern hat dem Zeitungsbericht zufolge seinen Widerstand gegen das Modell der Südbank offenbar aufgegeben. War die Landesregierung bisher strikt dagegen, bestehe nach den hohen Verlusten der CSU bei der Landtagswahl nun die Hoffnung, dass durch den zukünftigen Koalitionspartner Bewegung in die Debatte komme. Vom Finanzministerium des Freistaats war zu hören, dass im Interesse der Bank alle Möglichkeiten geprüft würden. Vor einem Jahr war ein Zusammenschluss am Veto der damaligen CSU-Regierung gescheitert. Eine rasche Fusion gilt wegen der Finanzkrise dennoch als unwahrscheinlich. Vor Jahresende sei nicht mit Entscheidungen zu rechnen, berichtete das Blatt.
Auf bayerischer Seite wird alternativ auch der Einstieg privater Investoren geprüft. Auch hier gebe es Gespräche, sagte Landesbank-Sprecher Matthias Lücke.
