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14. August 2008
Römische Antike mit Hilfe modernster Museumsarbeit neu erleben


Xanten - Auf mehr als 2.000 Jahre alten Fußspuren laufen oder römische Luxusgüter und Waffensysteme bestaunen - Besucher des neuen «Römer Museums» in Xanten können sich künftig auf eine spannende Erlebnisreise durch die Antike begeben. Nach dreijähriger Bauzeit öffnet das Museum im Archäologischen Park an diesem Wochenende seine Pforten. Der 22,5 Millionen Euro teure Bau hat ähnliche Maße und Formen wie die Eingangshalle des römischen Stadtbads, das vor 2.000 Jahren an der Stelle des heutigen Museums stand.

Der Landschaftsverband Rheinland als Träger des Projekts verspricht einen Spagat zwischen Moderne und Antike. Besucher sollen das neue «Römer Museum» mit Hilfe modernster Museumsarbeit als Rundgang durch die antike Welt erleben - von der Zeit Caesars bis zum Untergang der römischen Stadt in der Frankenzeit. An verschiedenen Stationen werden sie mit Ausstellungsstücken, Texten, Filmen und Hörstücken in wichtige Etappen der Geschichte der römischen Metropole Colonia Ulpia Traiana eingeführt. Die von Kaiser Trajan um 100 nach Christus gegründete Stadt in Xanten galt als eine der bedeutendsten römischen Siedlungen in Germanien.

Römer brachten Schrift und Luxusgüter an den Niederrhein

In der weiten Museumshalle erleben die Besucher aus der Perspektive der germanischen Einheimischen die Eroberung durch die römischen Legionäre als fremde Bedrohung. Sie erfahren aber auch, dass die Römer Schrift, Steinbauweise und Luxusgüter an den Niederrhein brachten. «Das hat die Germanen zum Staunen gebracht», sagt Parksprecherin Ursula Grote. Ein eindrucksvolles Beispiel für den luxuriösen Lebensstil einiger Römer ist ein fast vier Meter hohes Wandgemälde und der «Lüttinger Knabe». Die Xantener Archäologen zählen die Figur, die vor 150 Jahren aus dem Rhein bei Xanten geborgen wurde, zu den schönsten in Deutschland entdeckten Bronzestatuen.

Unter den 2.500 Ausstellungsstücken ebenfalls zu sehen ist eine Torsionsarmbrust, das älteste und am besten erhaltene römische Geschütz dieser Art. Auch die Überreste eines römisches Plattenbodenschiffs stechen heraus.

Bereits seit 1977 können Besucher die Überreste der Colonia Ulpia Traiana in Xanten besichtigen. In dem dem Archäologischen Park sind auch Bauwerke wie der Hafentempel, das Amphitheater, Stadtmauer, Tore und die Thermen rekonstruiert. Das neue «Römer Museum» ist Teil eines Erweiterungsplans, zu dem auch die Verlegung einer Bundesstraße gehört, die den Park zur Zeit noch zweiteilt.








 
 



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