RWE Power besorgt wegen Vattenfall

veröffentlicht am 14.07.2007


Der Energieversorger RWE Power, der selbst mehrere Atomkraftwerke in Deutschland betreibt, beobachtet die Entwicklung um das AKW Krümmel und dessen Betreiber Vattenfall mit großer Sorge. Das sagte ein Sprecher von RWE Power am Samstag der Nachrichtenagentur AP: «Wir haben die Befürchtung, dass der ein oder andere die gegenwärtige Entwicklung nutzt, um die Kernenergie in Gänze zu diskreditieren», sagte der Sprecher. Die Vorkommnisse bei Vattenfall würden aber grundsätzlich nicht kommentiert.

 

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Frankfurt - Der Energieversorger RWE Power, der selbst mehrere Atomkraftwerke in Deutschland betreibt, beobachtet die Entwicklung um das AKW Krümmel und dessen Betreiber Vattenfall mit großer Sorge. Das sagte ein Sprecher von RWE Power am Samstag der Nachrichtenagentur AP: «Wir haben die Befürchtung, dass der ein oder andere die gegenwärtige Entwicklung nutzt, um die Kernenergie in Gänze zu diskreditieren», sagte der Sprecher. Die Vorkommnisse bei Vattenfall würden aber grundsätzlich nicht kommentiert.



Zu den Anträgen von RWE, die Laufzeit des Atommeilers Biblis A durch die Übertragung von Restlaufzeiten anderer Reaktoren zu verlängern, sagte der Sprecher, einerseits laufe eine Klage des Unternehmens gegen den ablehnenden Bescheid des Bundesumweltministers vor dem Verwaltungsgericht Kassel. Dabei handele es sich um den Antrag, Strommengen vom AKW Mülheim-Kärlich zu übertragen. Ein zweiter Antrag, nach dem Strommengen vom AKW Emsland in Lingen übertragen werden sollten, sei vom Bundesumweltministerium noch nicht entschieden.


Die «Berliner Zeitung» berichtete am Samstag von «massiver Verärgerung bei RWE, aber auch bei der E.ON AG, die neben Vattenfall Miteigentümer der Atommeiler Krümmel und Brunsbüttel ist, wegen des schlechten Krisenmanagements von Vattenfall. E.ON fühle sich von Vattenfall ebenso schlecht informiert wie Behörden und Öffentlichkeit. Angesichts der aktuellen Debatte gebe man den beantragten Laufzeitverlängerungen für die Meiler Biblis A, Brunsbüttel und Neckarwestheim 1 nun so gut wie keine Chance mehr, berichtete das Blatt unter Berufung auf informierte Kreise.


Bei den Atomkraftwerken Biblis A (1974), Brunsbüttel und Neckarwestheim 1 (beide 1976) handelt es sich um die ältesten noch in Deutschland in Betrieb befindlichen Reaktoren. Nach dem 2000 zwischen rot-grüner Bundesregierung und Energiewirtschaft erzielten Atomkonsens werden die verbleibenden Laufzeiten für die bestehenden Kraftwerke nicht nach Jahren, sondern nach Reststrommengen festgelegt.


Daraus ergeben sich durchschnittliche Laufzeiten von 32 Jahren seit Inbetriebnahme der Kraftwerke. Von den jetzt noch produzierenden 17 Atomkraftwerken in fünf Bundesländern dürfte das letzte nach dieser Berechnungsgrundlage etwa 2021 vom Netz gehen. Die Betreiber können nach dem Gesetz versuchen, die Abschaltung eines bestimmten AKWs hinauszuzögern, indem Strommengen von einem Meiler auf einen anderen übertragen werden. Mit besonderer Genehmigung der Bundesregierung geht dies auch von einem modernen Kraftwerk auf ein altes, das schon zur Schließung ansteht.


  (© AP)



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