Ihr Standort: Home Kultur Musik
 
 
 


14. Juni 2007

Rolling Stones: Um kurz nach zehn gab's Satisfaction



Frankfurt - Ob sie wirklich die «beste Rockband der Welt» sind, mag man diskutieren. Eine der lautesten sind die Rolling Stones auch jenseits der 60 bestimmt. Beim ersten Deutschland-Stopp der wieder einmal «endgültig letzten Abschiedstour» am Mittwochabend in Frankfurt am Main griffen sie weit zurück in ihr mehr als 40-jähriges Repertoire, zog Frontmann Mick Jagger wieder alle Register und die knapp 25.000 Zuschauer in der Commerzbank-Arena konnten bei den meisten Songs textsicher mitgrölen.

«A Bigger Bang» ist das Motto der Tour, analog zum aktuellen Album. Aber von diesem gab es kaum Kostproben. Stattdessen lieferten die Stones ein astreines Rockkonzert traditioneller Machart ab, angereichert mit den gewohnten und inzwischen erwarteten pyrotechnischen Effekten. Die Zuschauer, inzwischen doch oft jünger als ihre Idole jenseits der 60, dankten es mit ausgelassener Begeisterung. Die Location kam dem entgegen, denn die quer zur Haupttribüne aufgestellte 300-Tonnen-Riesenbühne, das geschlossene Stadiondach und die steil aufsteigenden Ränge schufen eine Nähe, die fast schon Clubatmosphäre atmete. Andere Konzerte, auf denen Zigtausende mehr unter freiem Himmel die Akteure oft nur auf der überdimensionalen Videoleinwand zu sehen bekamen, ließen da in der Vergangenheit weniger Stimmung überschwappen.

Und dass Stimmung aufkommt, dafür sorgt vor allem Jagger. Wie ein Distelfink im Käfig rennt und hüpft er die Bühne auf und ab, Arme und Beine stets in Bewegung, und schreit sich die Seele aus dem Leib. Er braucht nicht - wie Drummer Charlie Watts - das Programm des Abends fein säuberlich auf zwei Plastikwänden notiert, damit er auch stets weiß, welcher Song jetzt dran ist. Wenn Gitarrist Ron Wood sich zu weit in die Tiefe der Bühne zurückzieht, kommt es schon vor, dass Jagger ihn unmissverständlich auffordert, nach vorne zu gehen und zur Show mehr beizutragen als saubere Riffs.

Diese sauberen Riffs gab es vom anderen Gitarristen, dem inzwischen fast einer Karikatur seiner selbst gleichenden Keith Richards auch hin und wieder. Der offenkundige Liebling eines großen Teils des Publikums genießt Narrenfreiheit, selbst wenn er selbst singt und seine Gitarre dabei eher stumm als Staffage mitschleppt. Richards kämpfte eine ganze Zeit mit sich und der Technik, diskutierte während der Stücke mit seinem Roadie, weil es einfach nicht klappen wollte, und war dann beim Intro zu «Paint It Black» endlich technisch und auch selbst wieder zu der Form aufgelaufen, die ihn legendär gemacht hat.


Friedlich und zufrieden


Höhepunkt des Abends war der - allerdings nicht mehr ganz neue Gag, einen kleinen Teil der Bühne mit der Band auf Studiobreite zusammengedrängt hydraulisch mitten ins Publikum zu schieben. Und um 22.04 Uhr gab"s dann endlich «Satisfaction», den Stones-Hit schlechthin, und alle waren aus dem Häuschen.

Nach fast zwei Stunden eines lauten und dichten Rockteppichs, in dem die Soli oft nur mit Mühe auszumachen waren, gab es das obligate Feuerwerk - wegen des Stadiondachs gedrosselt. Die Stones hatten Entertainment in seiner besten Form abgeliefert, und auch die vereinzelt in Kutten angereisten «Hells Angels», früher der Schrecken manchen Konzerts ihrer Idole, gingen friedlich nach Hause - friedlich, wie zufrieden.




Kommentare (0)  [Kommentar schreiben!] 

Kommentar zum Thema "Rolling Stones: Um kurz nach zehn gab's Satisfaction"

 
 
 
 
 
 
Sicherheitscode

Nur Kleinbuchstaben und Zahlen

 
 
 

Twitter
 
 



 

   
 
 
Kommentare
 
 
Berlinale     Eurex     Film     Finanzkrise     Frankreich     Griechenland     Großbritannien     Justiz     Kultur     Merkel     Proteste     Russland     Syrien     UN     Wahlen     Wetter     
 
  Griechenland nervt

 

Sarkozy empfängt israelisch-französischen Soldaten Gilad Schalit

 

US-Anleihen eröffnen in New York leichter

 

Bundesregierung macht weiter Druck auf Athen

 

Festnahmen wegen Fluchtversuchs aus serbischem Gefängnis

 

  Andere News
 
 
Aus dem Netzwerk
 
Wacker Chemie: Schwache Nachfrage aus Solar- und Chipindustrie

 

Samsung will RIM nicht übernehmen - auch künftig nicht

 

Fresenius Medical Care platziert gleich drei Anleihen

 

Gewinnrückgang bei Wacker Chemie

 

E.ON will sich von Regionaltochter in Ostwestfalen-Lippe trennen

 

Börsenfusion: NYSE-CEO verliert die Hoffnung

 


 

 
Februar 2012
Mo Di Mi Do Fr Sa So
    1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29        

 
 
Fleisch und Bier ist für viele eine schmerzhafte Angelegenheit

 

NIEDERBERGER Gruppe baut Vertrieb in der Region Rhein-Berg / Düsseldorf weiter aus

 

20 Prozent leichter als die Konkurrenz: Neue BusinessLine-Headsets von Imtradex setzen Maßstäbe beim Tragekomfort in Call Centern, Büros & Leitstellen

 

Honorarärzte bringen Kliniken Flexibilität

 

Der Wellness Kaffee: Der neue Trend in Europa

 

  Pressemitteilung veröffentlichen.
 
 
 
 
 
 
Copyright 2004-2012  by net-tribune - DGIC Group OHG | Impressum | Archiv top Top

0.6799