Die israelischen Behörden haben die Korruptionsermittlungen gegen Ministerpräsident Ehud Olmert ausgeweitet: Am Dienstag durchsuchten Beamte des Betrugsdezernats das Handels- und Industrieministerium, wie Polizeisprecher Micky Rosenberg mitteilte. Es seien Dokumente beschlagnahmt worden.
Olmert war von 2005 bis 2006 Handelsminister. Davor, von 1993 bis 2003, war er Oberbürgermeister von Jerusalem. Bereits am Montag war das Rathaus durchsucht worden.
Olmert steht unter dem Verdacht, große Geldsummen von dem amerikanisch-jüdischen Geschäftsmann Morris Talansky angenommen zu haben. Die Zeitung «Jediot Ahronot» berichtete am Dienstag, der Ministerpräsident stehe unter Verdacht, Freunden seines großen Wahlkampfspenders geholfen zu haben. Olmert soll in seiner Amtszeit als Jerusalemer Oberbürgermeister Freunde Talanskys bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen unterstützt haben.
Es sind die fünften Ermittlungen gegen Olmert wegen des Verdachts auf Korruption und Begünstigung. Der Zeitungsbericht nannte keine Details zu einem Verdacht, der darauf hindeutet, dass Olmert für mehrere hunderttausende Dollar Spenden Talanskys eine Gegenleistung erbracht haben könnte. Olmerts Anwalt Jacques Chen wies den Bericht zurück.
