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14. März 2008

Diagnose Alzheimer bringt den meisten Patienten Erleichterung



New York - Alzheimer ist eine schlimme Krankheit. Daher scheuen sich manche Ärzte, ihre Patienten und deren Angehörige mit der Diagnose zu konfrontieren. Die Nachricht, so fürchten sie, könne die Betroffenen in Depression und Verzweiflung stürzen. Nun zeigt eine amerikanische Studie, dass den Patienten die Gewissheit über die Ursache ihrer Probleme eher Erleichterung verschafft.

Erst kürzlich hatte der Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der TU München, Hans Förstl, in der «Deutschen Medizinischen Wochenschrift» darauf hingewiesen, dass nicht alle Betroffenen wirklich wissen wollten, dass sie in wenigen Jahren als Demenzkranke in einem Pflegeheim leben müssten. Jeder Mensch habe auch ein Recht drauf, die Diagnose nicht zu erfahren.

Für die US-Studie befragten Forscher der Universität St. Louis 60 Personen und deren Angehörige vor einer Untersuchung und zwei Tage nach der Diagnose über ihre Gemütsverfassung. 69 Prozent der Teilnehmer erhielten nach der Untersuchung die Diagnose Alzheimer. Diese Nachricht löste bei den meisten Patienten und deren Angehörigen nicht Angst aus, sondern eher Erleichterung, wie die Forscher im «Journal of the American Geriatrics Society» berichten.

«Niemand möchte die Diagnose Alzheimer hören, aber selbst das ist besser, als ein Problem zu haben und nicht zu wissen, was los ist», betont der Forscher John Morris. «Eine Diagnose erlaubt es den Menschen, Pläne für die Zukunft zu machen.» Die derzeitige Situation sei mit der Situation von Tumorpatienten vor 15 Jahren vergleichbar. Auch damals hätten viele Ärzte Patienten die Diagnose Krebs verheimlicht. Ein offener Umgang mit der Krankheit sei dagegen inzwischen selbstverständlich.




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