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13. Oktober 2008
Kinoschmalz mit reifem Traumpaar


Frankfurt - Daran wird auch die Finanzkrise nichts ändern: In Filmen aus Hollywood enden außereheliche Liebschaften stets mit Todesfolgen für mindestens einen der Beteiligten. Da macht auch das neue romantische Kinomelodram «Das Lächeln der Sterne», die Verfilmung eines Romans von Bestsellerautor Nicholas Sparks, keine Ausnahme. Der am 16. Oktober startende Streifen präsentiert mit Richard Gere und Diane Lane ein attraktives Duo in den Hauptrollen eines reifen Liebespaares, dem kein langes Glück beschieden ist.

Adrienne, verkörpert von Lane, ist eine Ehefrau und Mutter von zwei Kindern in mittleren Jahren, die noch immer an dem Seitensprung ihres Mannes leidet. Der hat zwar die gemeinsame Wohnung verlassen, will aber wieder zu ihr und den Kindern zurück. Doch Adrienne begegnet nun in einem wunderschönen Haus direkt am Meer, wo sie für die Freundin übers Wochenende deren Pension dort betreibt, einem attraktiven Arzt namens Paul. Dieser hat sich dort eingemietet, weil er sich der Begegnung mit einem verbitterten Mann stellen will, dessen Frau auf dem Operationstisch von Paul unerwartet verstorben ist.

Paul hat Frau und Sohn der Karriere willen schon lange verlassen. Aber da der Arzt vom in die Jahre gekommenen Frauenschwarm Richard Gere gespielt wird und Diane Lane als Adrienne viel zu begehrenswert ist, um als gekränkte Ehefrau zu versauern, wird aus der Zufallsbegegnung eine Liebesgeschichte. Damit das etwas schneller geht, rüttelt ein Sturm das alte Haus am Strand mächtig durch - so was bringt verängstigte Bewohner ohnehin einander näher. Nach wunderbaren Stunden zu zweit müssen Paul und Adrienne zurück in den Alltag. Doch sie schreiben sich zärtliche Briefe, es soll ein Wiedersehen geben.

Ob es dazu kommt und was sonst noch geschieht, zeigt der Film in knapp 100 Minuten. Inszeniert hat der Kinodebütant George C. Wolfe, der im Theater und Fernsehen der USA schon beträchtliche Erfolge aufweisen kann. Das Drehbuch nach dem 2002 erschienenen gleichnamigen Roman von Sparks verfassten Ann Peacock und John Romano. Obwohl «Das Lächeln der Sterne» einige gute Szenen im Mittelteil, besonders während des Sturms, aufweisen und mit Diane Lane eine durchgängig überzeugend spielende Hauptdarstellerin hat, ist der Kitschgehalt der Handlung doch ziemlich arg. Für die große Liebe mag es ja nie zu spät sein, aber nur in dem Roman von Sparks und im Kino wird sie so auf dem Silbertablett den Beteiligten beschert.

Wohlgefällige Unterhaltung mit sehenswerter Diane Lane

Zwei sehr gut aussehende Menschen, ein außen und innen herrlich anzuschauendes Haus, das wie ein Balkon im Meer steht, die politisch korrekt dunkelhäutige beste Freundin von Adrienne, der reuevolle Ehebrecher, die pubertierende Tochter, das nette Söhnchen mit der Harry-Potter-Brille, das brüchige amerikanische Mittelschichtsmilieu, verrührt mit ein paar privaten und beruflichen Problemen von Paul, die Tragödie eines alten verbitterten Mannes in der Provinz, dazu noch ein Schuss Exotik und Macht des Schicksals - das ist die allzu kalkulierte Mixtur des Films.

Immerhin macht der Zuschauer Bekanntschaft mit der Naturidylle der Outer Banks, einer Inselgruppe vor der Küste von North Carolina. Dort hat die Handlung eine sehenswerte Kulisse gefunden. Neben der überragenden Diane Lane, die Ängste, Hoffnungen, Lebenslust und Entschlossenheit einer reifen Frau mit vielen Nuancen darzustellen vermag, fällt Richard Gere stark ab. Weder glaubt man dem Star so recht den von Selbstzweifeln geplagten Arzt noch den einsamen Mann, der fast zu lange braucht, um die Gelegenheit beim Schopfe zu packen, mit einer so attraktiven Frau wie Adrienne allein in einem Traumhaus zu sein.

«Das Lächeln der Sterne» ist die wohlgefällige Verfilmung eines Romans, dessen Autor sehr erfolgreich gehobene Unterhaltungsliteratur zu produzieren versteht. Die Handlung ist eher pseudodramatisch und letztlich belanglos. Doch Diane Lane und das grandiose Haus am Meer machen diesen Hollywood-Export durchaus sehenswert für Menschen, die zwei Stunden keine Börsenkurse mehr sehen wollen.








 
 



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