Ein christlicher Geschäftsmann ist in der nordirakischen Stadt Mossul erschossen worden. Bewaffnete stürmten am späten Sonntagabend seinen Musikladen und gaben die tödlichen Schüsse auf den Mann ab, wie die Polizei am Montag mitteilte. Ein jugendlicher Neffe des Opfers wurde verletzt. Die Bluttat reiht sich in eine Serie von Übergriffen auf Christen in Mossul ein. Geistliche forderten einen stärkeren Schutz der religiösen Minderheiten.
Die Regierung stellte neue Sicherheitsmaßnahmen sowie die Entsendung von Truppenverstärkungen in Aussicht. Aus Furcht vor Angriffen sunnitischer Extremisten sind bereits tausende irakische Christen aus Mossul geflohen. Die USA befürchten ein Wiederaufflammen der Gewalt vor den irakischen Provinzwahlen, die spätestens im Januar stattfinden sollen. Christliche und andere Religionsgruppen fordern eine garantierte Zuteilung von Sitzen für ihre Minderheit.
Schätzungsweise drei Prozent der 26 Millionen Iraker sind Christen. Seit Beginn der US-Invasion 2003 wurden sie häufig Ziel von Anschlägen. In mehreren europäischen Ländern, darunter auch Deutschland, wurde zeitweise erwogen, christliche Flüchtlinge aus dem Irak bevorzugt aufzunehmen.
